Ein Erdbeben beerdigte vor fünf Jahr in Basel alle Geothermie-Hoffnungen mit einem Stoss. LDP-Grossrat Heiner Vischer bringt die alternative Energiequelle jetzt wieder auf Tapet. Hat der liberaldemokratische keine Angst vor weiteren Beben? «Es geht ums Probieren», antwortet er gegenüber az. In den letzten fünf Jahren sei auf dem Gebiet vieles passiert. Diese Erfahrungen müssten in ein neues Projekt einfliessen. «Ein solches Projekt muss auch nicht auf Stadtboden realisiert werden, es kann auch ausserhalb angesiedelt werden», erklärt Vischer.

Für Vischer ist auch nicht in Stein gemeisselt, dass eine Geothermie-Anlage zwingend Strom erzeugen muss. Man könnte auch «nur» Wärme gewinnen. Vischer selbst hat die Geothermie nie abgeschrieben, nun sei der Moment da, um das Thema nochmals anzugehen. Die aktuelle AKW-Debatte ist mit ein Grund für seinen Vorstoss. «Es fallen fast 40 Prozent unserer Stromproduktion weg, wenn wir die AKWs abschalten, da müssen wir doch jede Alternative versuchen», erklärt der Grossrat.

Technologie weiter entwickeln

Die Geothermie ist für ihn «nach wie vor ein Hoffnungsträger». Er erinnert an Studien, wonach sie bis zu 30 Prozent unseres Energiebedarfs decken könnte. «Die Technologie ist noch nicht soweit, wir müssen jetzt daran arbeiten, um sie weiter zu entwickeln.» Mit politischen Vorgaben würde das leichter gehen. Da würde nämlich auch genügend investiert, glaubt Vischer. «Die Geothermie ist absolut CO2-neutral, sie ist geradezu ideal.»

Rückblickend betrachtet er es heute als grossen Fehler, dass nach dem Erdbeben die Geothermie abgeschossen wurde. Ob es nun aber rasch vorwärts geht, ist offen. Die Regierung hat zwei Jahre Zeit, um die Eingabe von Vischer zu beantworten. (rsn)