Gut ein Jahr ist es her, da verwarfen die Basler Stimmbürger die Idee eines Deckels über den Geleisen am Bahnhof SBB. Einen Park wollte Architekt Donald Jacob dort bauen, nun könnte stattdessen ein Busbahnhof daraus werden. Denn FDP-Grossrat Peter Bochsler hat nun auch ein Auge auf den Luftraum über den SBB-Geleisen geworfen. Hier könnte etwas entstehen, das Bochsler für dringend nötig hält: ein Bus-Terminal.

Wie in Chur beispielsweise, wo sich ein solcher ebenfalls über den Geleisen des Bahnhofs befindet. Darum fordern Bochsler und seine Mitunterzeichner in einem parlamentarischen Vorstoss im Grossen Rat, dass die Regierung sich Gedanken über das Thema machen soll: «Man kann in kleine und mittelgrosse Ortschaften gehen und die haben alle einen Busbahnhof», erklärt Bochsler. Er stört sich daran, dass das in Basel nicht so ist.

Fernbusse als Auslöser

Insbesondere mit den immer stärker aufkommenden Fernbussen, die als billige Alternative zu Flug- und Zugreisen angepriesen werden, werde die Situation kritisch werden. Bereits jetzt stören sich viele Pendler am täglichen Bus-Chaos am Bahnhof SBB. Die Haltestellen vor der Confiserie Bachmann und vis-à-vis beim Elsässerbahnhof stellen für Passanten zeitweise unüberwindbare Hindernisse aus wartenden Menschen dar.

«Das kann es nicht sein, das ist unwürdig für Basel. Hier müssten wir dringend über die Bücher», sagt Bochsler und hofft, ein Busbahnhof für Fernbusse könnte hier auch den BVB Obdach bieten. «Ich stelle mir einen echten Bus-Terminal vor, eventuell mit einem Dach und mit Anzeigetafeln. Ein Ort, an dem die Buslinien zusammenlaufen, eine Endstation für Fernbusse, die Basel ansteuern.» Diese Busse erfreuen sich auch in der Region zunehmender Beliebtheit, allerdings muss man bis anhin nach Lörrach, um die günstigen Tarife auszunutzen.

Weniger begeistert von den Fernbussen als der freisinnige Bochsler ist seine grüne Ratskollegin Mirjam Ballmer. Positiv wäre diese Art des Reisens für sie nur, «wenn es ein Ersatz für Reisen mit dem Privatauto ist». Doch sie pflichtet Bochsler insofern bei, dass es eine Lösung brauche: «Wenn die Fernbusse funktionieren, dann habe auch ich ein Interesse daran, dass der Betrieb geordnet abläuft».

Mit der Ordnung könnte man argumentieren, was die Reisecars angeht, die in Basel einerseits am Erdbeergraben, andererseits an der Meret-Oppenheim-Strasse ihre Standplätze haben. Und die sind chronisch überfüllt.

Nur bedingt für Cars

Doch dieses Problem will Bochsler nicht auch zwingend mit seiner Idee eines Busbahnhofs lösen: «Nein, die normalen Autocars sind hier nicht gemeint. Ich beziehe mich auf jene Fernbusse, die ein privates Angebot im öffentlichen Linienverkehr machen.» Allerdings seien Carparkplätze auch immer wieder ein politisches Thema in Basel. Mit seinem Anliegen rennt Bochsler übrigens beim Kanton offene Türen ein. Benno Jurt, der Leiter der Abteilung Mobilität beim Bau- und Verkehrsdepartement, gab vor einer Woche gegenüber der «Schweiz am Sonntag» an, der Kanton habe eine Planungsstudie in Auftrag gegeben, da die Businfrastruktur in Basel «nicht optimal» sei.