Sicherheit

Konfliktzone Dreirosen: Polizei bemüht sich um Nähe – und am Wochenede gibts asylkritischen Event

Dreirosen Anlage

Blick auf die Dreirosen-Anlage und die benachbarten Schulhäuser.

Dreirosen Anlage

Auf der Dreirosen-Anlage kommt es vermehrt zu Konflikten unter Nutzern, darunter Dealern und Migranten – deshalb führte die Polizei bereits vergangene Woche eine Schwerpunktaktion durch. Am Wochenende findet nun von privater Seite ein asylkritischer Migrationsanlass statt.

Die Situation auf der Basler Dreirosen-Anlage ist zusehends explosiv. Die beliebte Freizeitanlage im Norden von Basel, die direkt ans Rheinbord angrenzt, zieht verschiedene Nutzer an: Eltern mit Kleinkindern, Schüler der benachbarten Primar- und Sekundarschule, Sportler, aber auch Migranten mit teilweise abgewiesenem Asylstatus, die keiner Beschäftigung nachgehen dürfen. Dazu kommen Drogendealer, welche die Anlage ebenfalls täglich aufsuchen, um ihr Geschäft zu verrichten.

Diese Mischung führt zunehmend zu Eskalationen. Dazu gehören Streits unter Dealern genau so wie Ausschreitungen, Anfeindungen und Belästigungen anderer Gruppen. Deshalb fordern mehrere Quartierstellen nun Massnahmen zur Entlastung, darunter das Stadtteilsekretariat Kleinbasel sowie Marc Moresi, Leiter der Freizeithalle Dreirosen von der Jugendarbeit Basel.

Schwerpunktaktion der Polizei

«In jüngerer Zeit beobachten wir vermehrt eine Szene, die sich durch die vielen verschiedenen Nutzeransprüche in eine Ecke gedrängt sieht», sagt Emanuel Trueb, Leiter der Basler Stadtgärtnerei, die für die Dreirosen-Anlage zuständig ist, also für Grünfläche, Pflege und Infrastruktur. «Da treffen wir auf eine Klientel, die mit Drogen zu tun hat». Zuständig ist da die Basler Kantonspolizei, die von den Fällen ebenfalls Kenntnis hat, zumal sie regelmässig Kontrollen durchführt. Da in diesem Rahmen auch Migranten kontrolliert werden, sehen sich die Behörden allerdings ebenso regelmässig dem Vorwurf des «Racial Profiling» ausgesetzt.

Auch deshalb schickte die Polizei vergangene Woche die Einheit «Community Policing» während mehreren Tagen vor Ort. «Der Aufenthalt hat uns geholfen, unser Verständnis des Mikrokosmos Dreirosenanlage zu vertiefen. Und er hat uns ermöglicht, den Interessierten die Polizeiarbeit zu erklären», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz auf Anfrage. Unter anderem auch, weil die Polizisten aktiv mit Anwesenden Kontakte knüpften. «Mit der Zeit wandten sich aber die Nutzer und Anwohner immer mehr an die Polizisten, grossmehrheitlich mit positiven Rückmeldungen und wichtigen Hinweisen zum Leben in Quartier, manchmal auch mit sehr persönlichen Geschichten und Erlebnissen.» Es habe sich aber dennoch bestätigt, «dass die Dreirosenanlage von vielen verschiedenen Nutzergruppen besucht wird und deshalb ein gewisses Konfliktpotenzial besteht.»

Asylkritischer Event am Weekend

Im Falle der Dreirosenanlage stehe die Polizei in intensivem Austausch mit den dort Involvierten. Dazu gehöre neben der Bevölkerung das Jugendzentrum, der Quartierverein, die Schulen sowie das Tiefbauamt des Bau- und Verkehrsdepartements. Daher würden auch regelmässige Begehungen vor Ort stattfinden.

Bereits am Wochenende kommt es wieder zu einer intensiveren Nutzung auf dem Areal das Festival «3 Rosen gegen Grenzen» statt. Der Anlass, der von Samstag bis Sonntag stattfindet, richtet sich vor allem auch an Migranten und bietet politische sowie kritische Input-Referate zum Schweizer Asyl- und Migrationswesen. Dazu gibt es Konzerte, Theaterstücke, Festprogramm sowie ein Sportturnier.

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