Es wird ein neues Rekordjahr. Das kann Christoph Bosshardt, Vizedirektor von Basel Tourismus, bereits heute, mitten im Sommer, sagen: Im Jahr 2019 werden die Übernachtungszahlen um vier Prozent ansteigen gegenüber 2018, sagt er der bz. Damals zählte man rund 1,4 Millionen Übernachtungen in baselstädtischen Hotels.

Der Grund für die Zuversicht des Touristikers: Im Vergleich zu anderen Jahren dürfte dieser Sommer überdurchschnittlich gute Auslastungszahlen in den Hotels bringen. Dies kann Bosshardt zwar noch nicht mit Zahlen belegen, denn die Übernachtungszahlen vom Juni legt das Basler Statistische Amt erst in diesen Tagen vor. Doch er sagt: «2019 ist ein tolles Kongressjahr für Basel, und das gilt auch für die Sommermonate, die im Kongresswesen normalerweise eher schwach sind.»

Insgesamt, so Bosshardt, gingen – nebst den wiederkehrenden – total zehn einmalige Kongresse über die Bühne. Im vergangenen Jahr wurden sechs und im 2017 neun solche Veranstaltungen gezählt.

Deutlich mehr Umsatz auch in den Restaurants

So fand etwa vor zwei Wochen der dreitägige «Global Summit of Women» mit 1200 Teilnehmerinnen statt, diesen Sonntag starten der Kongress der Health Economics Association sowie eine Konferenz zu Molekularbiologie mit total 4500 Teilnehmern während fünf Tagen, und Ende August treffen sich 1000 Spezialisten zum Thema Prostata-Krebs.

Von ihnen profitieren die Hoteliers. Die Gästegruppe, die aufgrund der mehrtägigen Veranstaltungen in Basel übernachtet und auf Geschäftskosten reist, bringt eine hohe Kaufkraft mit sich. «Eine lukrative Kundschaft», bringt es Bosshardt auf den Punkt. Franz-Xaver Leonhardt, Geschäftsführer der Krafft Gruppe, kann dem nur beipflichten: «Der Juli 2019 wird ein zufriedenstellender Monat für uns. Während dieser Konferenzen sind nicht nur unsere Hotels gut ausgelastet, sondern ist auch der Umsatz in den Restaurants deutlich höher.»

Der Kongress-Segen Basels kommt indes nicht von ungefähr. Vor fünf Jahren teilte die Regierung mit, in den nächsten vier Jahren bis zu zwei Millionen Franken in die Förderung des Kongresswesens zu investieren. Entnommen wurde das Geld aus dem Standortförderungsfonds. Der Fokus werde auf Kongresse mit Bezug zu Wirtschaft und Wissenschaft gerichtet, hiess es damals.

Kongressförderung sei ein Erfolg, sagt der Kanton

Unterdessen wurden weitere 3 Millionen Franken bis 2023 gesprochen, sagt Brigitte Meyer, Generalsekretärin beim Basler Wirtschaftsdepartement, welches das Basler Kongresswesen koordiniert. Als Grund für die erhöhte Summe gibt sie den Erfolg der bisherigen Aktivitäten an: «Alleine durch die geförderten Kongresse konnten im vergangenen Jahr 20'000 Besucher hierher geholt werden. Die Wirkung geht aber weit darüber hinaus, weil Basel damit für weitere Veranstaltungen, private Reisen und geschäftliche Zwecke bekannt gemacht wird.»

Doch wie läuft eine solche Förderung ab? Meyer gibt an, dass entsprechende Anträge von Kongressorganisatoren vom Congress Board Basel geprüft würden: «Im Board sind Fachleute aus der Verwaltung, dem Tourismus, der Wirtschaftsförderung, von Hochschulen und der Messe.» Nach einer positiven Prüfung treffe das Board einen Entscheid über den Förderbetrag. Ab 50'000 Franken entscheidet der Regierungsrat. Zu den Förderkriterien gehören auch die touristische Wertschöpfung.

Ziel des Kantons ist es nun, in den kommenden Jahren weitere Grosskongresse mit mehreren tausend Teilnehmern nach Basel zu holen. In den Jahren vor der koordinierten Förderung sei das lediglich vereinzelt der Fall gewesen, so Meyer. Die Zeichen dafür stünden gut, sagt Bosshardt: «Wir sehen längerfristig eine positive Entwicklung hin zu grösseren Kongressen.» Für 2020 seien bereits vier Grosskongresse gebucht mit total 8000 Teilnehmern, und Basel Tourismus sei im Gespräch mit Organisatoren von Kongressen mit mehr als 6000 Besuchern. Die Hoteliers und Gastronomen dürften ob solcher Aussichten in die Hände klatschen.