Mangelnde Mobilität wurde immer wieder als Grund dafür angegeben, dass die USA erfolgreicher wirtschafteten als Europa. Aber jetzt reisen die Europäer mehr als bisher dorthin, wo es Erwerbsmöglichkeiten gibt. Das steigere die Wachstumschancen. Das Wachstum in Europa nehme von - 0,3 Prozent in diesem auf ein Prozent und 2015 auf 1,4 Prozent zu.
Einige Eintrübungen stellt Eichler dennoch fest: Die neuen, aufstrebenden Länder wie China, Brasilien und Indien haben ihr Wachstumstempo stark gedrosselt. Das chinesische Wachstum hat sich beispielsweise von neun auf sieben Prozent eingependelt.

Was heisst das alles für die Schweiz? Sie wird sich weiterhin gut schlagen, ist man bei der BAK der Ansicht. Dies, obwohl die OECD-Vorlaufindikatoren eher bescheidene Werte aufweisen.
- Die globale Nachfrage werde dank der anhaltenden Erholung der Industriestaaten anziehen. Die Unsicherheit durch die Eurokrise lasse allmählich nach.
- Der Frankenkurs sinkt wieder leicht, was die Exporterlöse und -chancen der Exportindustrie verbessert.
- Die Nationalbank belasse die Leitzinsen nahe null, Anleiherenditen und Hypozinsen steigen nur leicht.
- Die Teuerungsrate drehe erst im Winter 2013/14 wieder in den positiven Bereich.
- Die Einwanderung, tiefe Teuerung und Zinsen stützten den Konsum, allerdings nicht mehr im Ausmass der jüngeren Vergangenheit.
- Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt leicht zu, die Arbeitslosigkeit leicht ab.
- Die Bauwirtschaft werde wegen der Zweitwohnungsinitiative einen Dämpfer erhalten und nicht mehr so stark wachsen.
- Die Firmeninvestitionen nehmen erst 2014 wieder deutlich besser.
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Pharma/Chemie

Gute Noten bekommt, fast schon gewohnheitsmässig, die Pharmaindustrie. Im Gegensatz zur Basischemie ist sie wenig konjunkturabhängig und spürt auch die Exportschwäche der Emerging Markets weniger. Die Ausfuhren in diese Länder lagen in den ersten acht Monaten bei 7,3 Prozent (Pharma-Export total: 5,2 Prozent). Agro legte gar 11,7 Prozent zu. Dagegen erlitt die Basischemie einen Rückgang von 4,5 Prozent. Das Fricktal und das untere Baselbiet mit Produktionslinien von Novartis, Roche, Syngenta, DSM, Clariant, BASF und anderen Firmen sieht sich so mit dem ganzen Spektrum der Chemie- und Pharmabranche konfrontiert.

Uhren

Von der Abschwächung hingegen ist die erfolgsverwöhnte Uhrenindustrie betroffen. Lag die Exportzunahme im Vorjahr noch bei 11 Prozent, ist sie in den ersten acht Monaten auf 1,1 Prozent gesunken. Die globale Nachfrage sei jedoch intakt und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit gut. Was der Uhrenindustrie helfen werde, ist das Freiandelsabkommen mit China.