Kooperation

Konkurrenzkampf: Privatspitäler intensivieren Zusammenarbeit

Ins Claraspital kommen Patienten aus der ganzen Schweiz. Jetzt spannt das Privatspital mit der Merian Iseln Klinik zusammen.

Ins Claraspital kommen Patienten aus der ganzen Schweiz. Jetzt spannt das Privatspital mit der Merian Iseln Klinik zusammen.

Das Claraspital und die Merian Iselin Klinik spannen intensiver zusammen und fordern damit die öffentlichen Spitäler - namentlich das Unispital Basel und das Kantonsspital Baselland - heraus. Die Zusammenarbeit soll die Effizienz steigern.

Der Konkurrenzkampf zwischen Privatspitälern und öffentlichen Spitälern in der Region verschärft sich: Das Claraspital und die Merian Iselin Klinik intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich Orthopädie und Urologie. Die Konkurrenz - das Unispital Basel und das Kantonsspital Baselland - gerät so weiter unter Druck.

«Für das Kantonsspital Baselland dürfte es nach den Meldungen dieser Woche ein weiterer Rückschlag sein. In den letzten Wochen hat dessen Ruf stark gelitten», schätzt Peter Indra, Bereichsleiter der Gesundheitsversorgung des Kantons Basel-Stadt, die Situation ein.

Die Verantwortlichen des Kantonsspitals Baselland wollten sich zu den Neuigkeiten nicht äussern. Man habe den Bericht zur Kenntnis genommen, sage aber nichts dazu, liess das Kantonsspital Baselland gegenüber der bz schriftlich verlauten.

Vonseiten des Unispitals Basel betrachtet man die intensivere Kooperation zwischen dem Claraspital und der Merian Iselin Klinik eher gelassen. «Diese Neuigkeiten überraschen uns wenig», sagt Sabina Heuss, Mediensprecherin des Unispitals Basel. Es sei eine logische Entwicklung, bedingt durch den Konkurrenzkampf. Dieser beschäftigt das Unispital seit der Verselbstständigung vor gut eineinhalb Jahren ebenfalls.

Unispital nicht beeindruckt

Der Konkurrenzkampf tue dem Spital gut, sagt Heuss. «Wir haben uns noch mehr auf unsere Stärken konzentriert und uns gefragt, was wir anbieten wollen.»

Man schaue jetzt noch mehr auf die Qualität. Mit Erfolg: die Anzahl Patienten nehme zu und komplizierte Fälle, welche eine interdisziplinäre Behandlung benötigten, kämen noch immer ins Unispital Basel. Und die Patientenzufriedenheit sei hoch.

Das Ziel des Unispitals sei, eine qualitativ hochstehende Dienstleistung zu guten Preisen. Daher arbeite man teilweise, zum Beispiel in der Orthopädie, auch mit dem Bethesda-Spital zusammen.

Mit der intensiveren Zusammenarbeit zwischen dem Claraspital und der Merian Iselin Klinik soll vor allem die Effizienz gesteigert werden. «Ist beispielsweise vorgesehen, dass jemand nach einem orthopädischen Eingriff auf die Intensivstation muss, dann wird diese Operation künftig im Claraspital gemacht. Dann sind die Wege kürzer, was für den Patienten angenehmer ist», erklärt Stephan Fricker, CEO der Merian Iselin Klinik.

Die beiden Häuser wollen mit der Zusammenarbeit ihre Stärken weiter entwickeln. «Wir erhoffen uns eine Stärkung der Position unserer Spitäler und deren Spezialitäten. Das Claraspital soll erste Anlaufstelle für Patienten mit einem Bauch- oder Tumorleiden sein», sagt Peter Eichenberger, Direktor des Claraspitals.

Die Merian Iselin Klinik will weiter die Spezialisierung im Bereich der Orthopädie vorantreiben.

«Ein kluger Entscheid»

Aus Sicht des Gesundheitsdepartements begrüsst Indra den Entscheid des Claraspitals und der Merian Iselin Klinik. «Eine Kooperation macht Sinn, sofern sie die Effizienz, die Versorgung und die Qualität verbessert.» Es sei eine kluge Aufteilung. «Die beiden Spitäler betreiben so keinen gegenseitigen Aufrüstungskampf, sondern nutzen die Synergien.»

Davon profitieren auch die Patienten - was letztlich auch der Sinn des Konkurrenzkampfs ist.

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