Basler Fasnacht
Kontroverse nach Pferde-Unfällen: «Wir haben gemacht, was wir konnten»

An der Basler Fasnacht sind gleich zweimal Pferde auf einer Bodenplatte ausgerutscht. Doch wie konnte es zu diesen Vorfällen kommen? Beim Basler Baudepartement ist man überrascht.

Claudia Hottiger
Merken
Drucken
Teilen
Die Chaisen an der Basler Fasnacht sind Tierschützern ein Dorn im Auge. (Archiv)
9 Bilder
Sie kritisieren, dass die Tiere im Trubel und ab der lauten Musik gestresst sind. (Archiv)
Gleich zwei Pferde rutschen an der Basler Fasnacht aus
Am Mittwochmorgen wurde die rutschige Platte abgeklebt.
Mit Dachpappe und einem Spezialkleber.
So sollte der Mittwochs-Cortège wieder sicher sein.
Am Montag rutschte ein Chaisen-Pferd auf einer Bodenplatte aus.
Am Mittwoch demonstrierten Tierschützer im De-Wette-Park.
Auch am Mittwoch kam es zu einem erneuten Unfall mit einer Chaise. Das Pferd rutschte auf einer Bodenplatte aus.

Die Chaisen an der Basler Fasnacht sind Tierschützern ein Dorn im Auge. (Archiv)

Juri Junkov

An der diesjährigen Fasnacht haben sich gleich zwei Unfälle mit Chaisen-Pferden ereignet. Nachdem am Montag ein Ross auf einer Bodenplatte ausgerutscht war, kam es am Mittwoch nur wenige Meter entfernt von der Unfallstelle zu einem ähnlichen Vorfall. Auch hier war das Tier auf einer Stahlplatte, wie sie bei Baustellen zur Abdeckung benutzt wird, ausgerutscht.

Beim zuständigen Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) ist man überrascht: «Soweit ich mich erinnere, gab es noch nie einen solchen Vorfall», sagt BVD-Sprecher Marc Keller.

Pferdestress? Nehmt die Scheuklappen ab!

Alle Baustellen würden vor der Fasnacht von der Allmendverwaltung und der Polizei kontrolliert und auf ihre Konformität überprüft. Ebenso werde den Baufirmen vor der Fasnacht mitgeteilt, dass die Baustellen trittsicher zu machen seien.

Rätseln um zweiten Unfall

Nachdem ein Pferd am Montag nun trotz dieser Sicherheitsmassnahmen auf einer Bodenplatte ausgerutscht war, habe man beim BVD sofort reagiert. Am gleichen Tag noch wurde mit der zuständigen Baufirma beschlossen, einen zusätzlichen Belag auf besagte Stahlplatte aufzutragen. «In diesem Zug haben wir uns die Baustelle am Steinenberg auch angeschaut», sagt Keller. Dabei wurde der trittsichere Belag auf einer weiteren Platte angebracht. Diejenige Bodenplatte, auf der das zweite Pferd am Mittwoch ausrutschte, habe man jedoch so belassen. «Diese blauen Platten sind fabrikneu und verfügen über einen tadellosen rutschfesten Belag», sagt Keller.

Der Vorfall sei sehr bedauerlich und zum Glück sei nicht noch mehr passiert. «Wir haben gemacht, was wir konnten.» Beim zweiten Unfall könne es laut Keller nicht nur an der Stahlplatte gelegen haben. «Es handelt sich hier wohl um eine Verkettung unglücklicher Umstände.» Die Mischung aus Schnee, Regen, Räppli in Kombination mit dem steilen Anstieg am Steinenberg hätten wohl dazu geführt, dass auch jene Platte, welche den neusten Sicherheitsstandards entspricht, sehr rutschig war. Eine Alternative zu den verwendeten Bodenplatten sieht Keller jedoch keine. «Diese Platten haben sich bis jetzt bewährt.» Würde man Holzplatten verwenden, wäre diese unter ähnlichen Umständen nur noch rutschiger.