Am Dienstag ist es wieder so weit: Das Kulturfloss beim Kleinbasler Rheinufer geht erneut vor Anker – mit 17 Gruppen aus vier Kontinenten. Den Anfang machen die Kölner von «Bukahara», die ihre Musik als arabischen Balkansound bezeichnet. Manche Gäste kommen von weit her – so etwa der neuseeländische Singer-Songwriter Graham Candy. Bekannt geworden ist seine eigentümliche Stimme dank des Remixes seines Songs «She moves». Ferne Länder besegelt das Floss auch mit Xixa aus Arizona mit ihrer eigenwilligen Adaption lateinamerikanischer Cumbia, dem Pop-Sänger Petite Noir aus Südafrika und der kanadischen Indierock-Band Besnard Lakes.

Klänge vom Rheinknie sind hingegen bei der 17. Festivalausgabe eher wenige zu hören. Mit der bereits flosserfahrenen Hip-Hop-Formation Brandhärd und der Sängerin Nubya sind lediglich zwei Vertreter aus der Region an Bord. Gut, eigentlich sind es drei, sofern man den Rapper und zeitweiligen Wahlbasler Greis auch dazuzählt. Der Grund für die etwas dünnere Bebbi-Präsenz im Line-up: Die Zusammenarbeit mit dem Rockförderverein Basel (RFV) ist ausgelaufen. Ohne dessen finanzielle Unterstützung gehen somit vier Konzertabende mit lokalen Acts bachab.

Kein wirklicher Schiffbruch

Da das Festival aber schon immer weit über die Basler Grenzen hinaus schaute, tut dies dem Konzept keinen Abbruch: «Der Fokus war eigentlich nie regional», sagt der Veranstalter Tino Krattiger. Trotzdem war es ihm schon lange ein Anliegen, Nubya einmal auf die Flussbühne zu bringen: «Es ist eine Frage der Zeit, bis alle grossen Basler einmal auf dem Floss stehen», findet Krattiger.

Eine Bühne auf dem Rhein, eine dicht zusammengedrängte Zuschauerschar am Rheinbord und Matrosen, die mit ihren Netzen nach Unkostenbeiträgen fischen: Beim beliebten Festival bleibt von der Form her alles beim Bewährten – lediglich das Angebot an Verpflegung wird ausgebaut. Wie der Kulturfloss-Kapitän erklärt, war jedoch die Suche nach Künstlern dieses Jahr besonders schwierig: Die hohen Gagenforderungen machten es den Veranstaltern nicht einfach. «Die Manager mancher Bands pokern sehr hoch», sagt Krattiger.

Dennoch konnte «Im Fluss» einige vielversprechende Künstler aus aller Welt nach Basel locken. The Tarantinos waren etwa schon länger im Gespräch. Nun hats geklappt mit der Londoner Band, die den Narren an den Streifen des gleichnamigen Kult-Regisseurs gefressen hat. Von «Reservoir Dogs» bis «The Hateful Eight» werden die Tarantino-Soundtracks auf die Bühne gebracht.

Zum Ende gibt es Blues

Mehrere Schweizer Acts wie Fai Baba, Carrousel, Bubi Eifach und Dabu Fantastic konnte die Flossbesatzung ebenfalls anheuern. Ebenso Troubas Kater die mit ihrem Mix aus Folk, Street Band und Hip-Hop die Musikszene auflockerten. Den krönenden Abschluss macht Marla Glen. Die amerikanische Sängerin mit der unverkennbar rauchigen Blues-Stimme erreichte in den Neunzigerjahren Bekanntheit – nicht nur durch ihren Song «Believer», der auch in einem des C&A-Werbespot zu hören war.

Gespannt sein darf man auch auf Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi: Die ungewöhnliche Hip-Hop-Gruppe zeichnet sich etwa durch dadaistische Wortspiele aus. Dabei verwendet sie keine Samples, sondern Live-Instrumente, die teilweise auch aus dem Küchenschrank stammen. Einen weniger lustigen Hintergrund hat hingegen die Gruppe Songhoy Blues aus Mali: Nach dem Einfall von Dschihadisten in Timbuktu vor vier Jahren war dort das Musizieren unter Androhung von drakonischen Strafen verboten. Die Band musste nach Bamako fliehen und wurde von dort aus international bekannt. «Somit hat das Festival auch eine politische Note», sagt Tino Krattiger.

«Im Fluss» dauert vom 26. Juli bis zum 13. August.