Mit insgesamt sechs Vorstössen soll «das Umdenken hin zu weniger Fleischkonsum und Verschwendung und dafür mehr regionalen und saisonalen Lebensmitteln aus nachhaltiger Landwirtschaft» vorangetrieben werden, schreiben die Basler Grünen in ihrem Positionspapier.

Einer der Vorstösse sieht ein Werbeverbot für besonders klimaschädliche Produkte und Dienstleistungen auf Allmend vor. Konkret genannt werden Fleischprodukte und Flugreisen. Schluss also mit dem Wirt, der vor dem Restaurant das Cordon bleu als Mittagsmenu anpreist? «Nein», sagt Grossrätin Barbara Wegmann, die am Positionspapier mitgearbeitet hat. «Gemeint sind Werbungen auf Plakatwänden, die beispielsweise auf billige Flugreisen aufmerksam machen», sagt sie.

Ein Gemüsegarten in jedem Quartier

Auf Allmend soll es nicht nur Werbeverbote geben, es soll auch spriessen. Ein Gemüsegarten von mindestens 1000 Quadratmeter soll in jedem Quartier, wenn entsprechender Platz vorhanden ist, mit essbarem Gemüse und Früchten bepflanzt werden. Für die verpachteten Landwirtschaftsflächen in Kantonsbesitz soll gelten: kein Einsatz für Pestizide, Kunstdünger und Laubbläser.

Anbieter von regionalen, biologischen Produkten sollen weniger Gebühren für die Allmendnutzung bezahlen müssen und die Auswahl der Standbetreiber auf dem Marktplatz soll mittelfristig so gestaltet werden, dass 75 Prozent Bioware angeboten wird. Damit soll der Markt auf dem Marktplatz zum «führenden Bio-Markt in der Region» werden. Ebenfalls eingebunden werden sollen Verpflegungsmöglichkeiten auf Allmend wie Buvetten, Streetfood-Stände und Boulevard-Restaurants.

Bio von der Wiege bis zur Bahre

Nachhaltig, ethisch und gesund soll die Ernährung in allen staatlichen oder subventionierten Betrieben werden. Die Grünen zählen auf: Kantonsverwaltung, Kindergärten, Tagesstrukturen, Schulen, Hochschulen, Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime. 80 Prozent der Lebensmittel sollen nach den Richtlinien von Bio Suisse produziert worden sein, lautet die Forderung. Obwohl Bio-Lebensmittel im Ankauf teurer sind, sollen die Essenspreise dank weniger Fleisch und weniger Foodwaste nicht steigen.

Wegmann sagt: «Die dänische Hauptstadt Kopenhagen hat vorgemacht, dass das funktioniert». Dort wurde der Bio-Anteil von 2006 bis 2015 von 45 Prozent Bio-Anteil auf 90 Prozent angehoben, ohne Mehrkosten zu verursachen. «Das war möglich, weil weniger Fleisch, dafür mehr regionales und saisonales Gemüse angeboten und vermehr frische Zutaten statt Fertigprodukte verwendet wurden», sagt sie.