In der jüdischen Gemeinschaft Basels ist die Bäckerei Schmutz der Inbegriff für koschere Backwaren. Diese gibt es jedoch nur noch bis Ende Jahr zu kaufen: Dann schliesst der Laden an der Austrasse 53. Die Gründe dafür seien wirtschaftlicher Natur, teilte Bäckerei-Inhaber Christoph Schmutz dem jüdischen Wochenmagazin «tachles» mit. Auf Anfrage der bz wollte Schmutz nicht weiter auf die Ursachen der Schliessung eingehen.

Das Ende einer Tradition

Mit der Einstellung des Bäckereibetriebs gehe eine lange Tradition zu Ende, die für die jüdischen Gemeinden in Basel grosse Bedeutung hatte, schreibt der Vorstand der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB): «Für über 40 Jahre guter Zusammenarbeit sind wir der Familie Schmutz und ihren treuen Angestellten sehr dankbar.»

Der IGB-Vorstand bedauert die Schliessung «ausserordentlich». Damit weiterhin koschere Backwaren und Patisserie in Basel erhältlich sind, will der Vorstand nun «alles daransetzen, Lösungen zu finden». Ein Koschersortiment bietet gemäss IGB-Website auch die Bäckerei Krebs am Spalenring an.

Folgeregelung gesucht

Laut «tachles» sind auch einzelne Personen daran, einen Nachfolger für die Bäckerei zu finden. Nebst Schmutz selbst ist das etwa Albert Dreyfuss. Der Inhaber des koscheren Restaurants Topas an der Leimenstrasse soll seit längerem an einem Projekt arbeiten. Dieses soll er auch mit der inzwischen verstorbenen Bäckerei-Gründerin und Mutter des jetzigen Inhabers, Margrit Schmutz, besprochen haben.

Einen anderen Weg wählte Rolf Stürm, Präsident des Ofek-Vereins für die Vielfalt im Judentum. Er sucht auf Facebook seit Ende September Mitstreiter für die Realisierung einer Basler Bäckerei, die koscher, vegan und halal produziert. Allerdings habe sich bisher niemand gemeldet, um ein solches Projekt aufzugleisen, sagt Stürm auf Anfrage.

Koschere Backwaren sind frei von bestimmten tierischen Bestandteilen, etwa von Schweinefett und Gelatine. Diese stammt oft auch vom Schwein. (mwa)