Chlöpfer, Hotdog und Schweinswürste: Was das hiesige Fussball-Fan-Herz in der Halbzeitpause erfreut, dürfte für die gläubigen Juden unter den rund 400 erwarteten Anhängern des israelischen Klubs Maccabi Tel Aviv schwierig sein. Denn Schweinefleisch ist für gläubige Juden nicht koscher; folglich verboten.

Ein schwieriges Unterfangen für die jüdischen Fans, heute im Joggeli koscheres Essen aufzutreiben. Denn die Catering-Verantwortlichen kochen dieses Mal kein koscheres Essen. «Der Caterer hat bei Maccabi Tel Aviv angefragt, ob koscheres Essen erwünscht ist», sagt Andrea Roth, Mediensprecherin des FC Basel. «Dies ist aber vonseiten Maccabi Tel Aviv nicht der Fall.»

Allerdings habe es bei früheren Spielen gegen israelische Teams solche Forderungen gegeben. Diese wurden denn auch vom Stadion-Caterer erfüllt. «Selbstverständlich hätte sich der Caterer auch dieses Mal um koscheres Essen gekümmert, wäre dies der Wunsch der gegnerischen Fans gewesen», stellt Roth klar. Festzuhalten ist aber auch, dass sich längst nicht alle Juden an das strenge jüdische Speisegesetz halten.

Nebst dem Essen dürfte auch das Thema Sicherheit eine Rolle spielen. Spiele gegen israelische Teams werden gerne für Pro-Palästina-Bekundungen oder antisemitische Parolen missbraucht. So geschehen beim Länderspiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Israel in Basel im September 2005. Während des Spiels breiteten vier Demonstranten eine Palästina-Flagge und israelfeindliche Transparente aus und stürmten das Spielfeld. Der Schweizerische Fussballverband tadelte anschliessend Stadionbetreiberin Basel United.

Aus der Vergangenheit gelernt

Man lernte daraus. 2009 kam es im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels erneut zur Begegnung zwischen der Schweiz und Israel. Das Kontrollpersonal untersuchte damals jedes einzelne Transparent auf anti-israelische Parolen. Mit Erfolg: Es wurde ein ruhiger Abend.

Wie die Sicherheitsvorkehrungen heute Abend aussehen, darüber schweigen sich Basel United und auch die Polizei aus. Lucien Schibli, Leiter Sicherheit bei Basel United, will keine Auskunft zur Sicherheitslage geben. Und auch die Polizei hält sich bedeckt. «Jede Mannschaft und deren Umfeld werden vor dem Spiel genau abgeklärt», sagt Andreas Knuchel, Mediensprecher der Basler Polizei. Dementsprechend würden dann die Sicherheitsvorkehrungen eingeleitet. Genau gleich, wie vor jedem anderen Fussballspiel auch.