Basel Tourismus

Kostenlos und ohne Konsumverpflichtung: «Nette Toiletten» sollen bleiben

Das «Tapas del Mar Spalenberg» stellt auch nicht Konsumierenden gratis sein WC zur Verfügung.

30 Basler Restaurants und Detailhändler stellen gratis ihre Toilette zur Verfügung. Es gibt schon eine Warteliste.

Ursprünglich war das Projekt «Nette Toiletten», das im Mai 2018 lanciert wurde, auf ein Jahr beschränkt. Die Idee war, dass 31 Basler Restaurants und Geschäfte Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt kostenlos und ohne Konsumverpflichtung ihre Toiletten zur Verfügung stellen.

Als Gegenleistung für die Öffnung der WC-Anlagen erhalten die Betriebe vom Kanton Basel-Stadt jährlich jeweils 2500 Franken. Federführend für das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) Basel Tourismus. Der Projektverantwortliche Frédéric

Pothier teilt nun mit: «Nette Toiletten wird für ein weiteres Jahr bis Mai 2020 fortgeführt, mit der Absicht, dies dauerhaft zu etablieren.» Dabei würden die Verträge mit den Partnern immer für eine Dauer von 12 Monaten abgeschlossen.

Jeder der Gastronomen und Detailhändler, die mitmachen, teilt dies durch einen roten viereckigen Aufkleber mit, der an der Eingangstür befestigt ist (siehe Foto). Flyer, App und Websites zeigen, wo sich die «netten Toiletten» befinden.

Kostenbeteiligung für mehr Reinigungsaufwand

Das BVD berichtet von guten Erfahrungen der teilnehmenden Betriebe. «Es gibt höheren Reinigungsaufwand, der sich aber im Rahmen der Kostenbeteiligung bewältigen lässt. Die befürchteten negativen Auswirkungen sind weitestgehend ausgeblieben.»

Gemeint sich damit Verschmutzungen der WC-Anlagen. Laut Benjamin Blarer, Geschäftsführer von «Manger & Boire», haben diese «etwas zugenommen». Er hätte sich zudem erhofft, dass Gratis-Nutzer der WCs mehr bei ihm konsumieren. Pia Elia vom «Tapas del Mar Spalenburg» sagt: «Das ist schwer zu beurteilen. Aber die Touristen erhalten so einen Eindruck vom Restaurant und kommen dann vielleicht später essen.»

Beide Beizen haben laut eigenen Angaben schon früher Personen gratis ihr WC nutzen lassen. Mit der Teilnahme an «Nette Toiletten» wurde das Angebot aber offiziell und sicher auch öfter frequentiert.

Maurus Ebneter, Präsident des Basler Wirteverbands, sagt: «Ich finde es gut, dass so viele Betriebe mitmachen.» Positiv äussert er sich zur Entschädigung: «Insbesondere an stark frequentierten Orten ist der Mehraufwand nicht zu unterschätzen.» Negative Rückmeldungen habe er keine erhalten.

Für das Projekt spricht auch, dass von 31 Teilnehmern 30 weiter dabei sind. Abgesprungen ist laut Pothier nach zwei Wochen aufgrund geringer Kapazitäten nur eine Apotheke, die in Nähe von Basel Tourismus am Steinenberg lag.

Das Konzept stammt aus Deutschland

Das Konzept «nette Toiletten» stammt ursprünglich aus Deutschland, wo es in über 200 Städten umgesetzt wurde. In Basel nehmen daran neben vielen Restaurants und Hotels, auch Cafés, Hotels und Warenhäuser teil.

Laut Pothier besteht heute für die «netten Toiletten» sogar eine Warteliste: «Es gibt zehn bis zwölf Betriebe, die daran teilnehmen möchten. Sie erhoffen sich davon positive Frequenzen.» Es würde sich überwiegend um Restaurants handeln, darunter auch Schnellrestaurants. «Aus Budgetgründen ist die Zahl der Teilnehmer aber begrenzt.»

Basel Tourismus bietet an seinen beiden Basler Standorten keine Gratis-Toiletten an. Aus Platzgründen könnten diese nicht nachgerüstet werden.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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