Nein, schön findet den Wielandplatz kaum jemand. Weder jene, die ihn benutzen, noch jene, die seine Umgestaltung wollen; und nicht einmal jene, die diese Umgestaltung kritisieren. Er sieht aus wie das, was er einmal war: ein Exerzierplatz am Ende der Militärstrasse. Heute heisst die Militärstrasse General Guisan-Strasse, und dass hier Truppen aufmarschierten, ist lange her. Der nach einer Basler Soldaten-Dynastie benannte Platz ist für Ortsunkundige schwierig zu befahren. Es ist nicht ganz klar, wo die Spuren durchführen. Immer wieder gab es genau aus diesem Grund Unfälle.

Das will die Stadt nun ändern. Auch, weil im ehemaligen Polizeiposten mittlerweile ein Mittagstisch eingerichtet wurde, und die Kinder auf dem Weg vom Gotthelfschulhaus hierhin zwei Fussgängerstreifen überqueren müssen, die den Empfehlungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) nicht entsprechen würden. Im Ratschlag an den Grossen Rat redet man von «auffälligsten Sicherheitsdefiziten». So wirbt das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) auf seinen Visualisierungen des neuen Platzes denn auch mit glücklich tanzenden und ballonschwingenden Kindern (siehe Box).

Streit um Busse

Die Lage will man dadurch entschärfen, dass der Weiherweg busbefreit und verkehrsberuhigt wird. Und genau an dieser Verlegung der Buslinien entzündet sich Widerstand. LDP-Politiker und Publizist Philip Karger sagt: «Das Hauptproblem wird in der Bundesstrasse auf uns zukommen. Dort, wo drei Linien sich eine Doppelhaltestelle teilen sollen, wird es zu wesentlich mehr Verkehrsbehinderungen kommen, als das BVD zugibt.» Denn die Busse werden den Schützenmattpark nicht mehr auf beiden Seiten umfahren, sondern sich eine Strecke und die Haltestellen teilen.

Das BVD geht davon aus, dass ein Bus beim Halten den Verkehr in der Bundesstrasse um 20 Sekunden verzögert. Das sei selbst auf dieser zu Stosszeiten massiv befahrenen Achse zumutbar. Dem widerspricht Verkehrspolitiker und FDP-Grossrat Christophe Haller: «Der Verkehr wird behindert werden. Ich befürchte, dass ein Projekt realisiert wird, das nicht den Wünschen der Bevölkerung entspricht.»

Beim BVD rechnet man gemäss Sprecherin Catherine Gritti eigentlich nicht mehr mit Widerstand gegen das Projekt. Der Ratschlag wurde zu Beginn der Sommerpause in den Grossen Rat gebracht. Und berücksichtigt die Anliegen von zwei Anwohner-Petitionen. Das Projekt liegt nicht erst seit gestern auf den Schreibtischen. Die Mitwirkungsveranstaltung für die Bevölkerung fand bereits 2011 statt. Ein erstes Projekt wurde den Anwohnern im Sommer 2012 vorgestellt, das nächste 2016. Nun sollte man die meisten Anliegen berücksichtigt haben, heisst es darum beim BVD.

Doch Karger steht mit seinem Widerstand («Das ist ein Platz, der nicht umgestaltet werden muss») längst nicht alleine. Auch SVP-Grossrat und Architekt Roland Lindner findet: «Der Umbau des Wielandplatzes fällt für mich in die Kategorie ‹nice to have›. Lieber im Moment nichts bauen als etwas nicht Ausgereiftes.» Das Mitglied der Bau- und Raumplanungskommission findet eine Korrektur prüfenswert, denn er kenne den Wielandplatz «seit meiner Jugend, als ein Platz bei dem man immer Gefahr läuft, von einem Auto überfahren zu werden.» So eine «Riesenübung» brauche es aber nicht.

Kargers Befürchtung ist quartierspezifischer: «Das gibt einen zweiten Rütimeyerplatz, einen Platz, für den viel Geld ausgegeben wird, und mit dem am Ende niemand zufrieden ist.» Ob und wie gebaut wird hat der Grosse Rat in der Hand. Er muss die Vorschläge der Regierung und die Ausgaben von 7,5 Millionen Franken bewilligen.