Coronavirus

Kreativ und konstruktiv: Die Ausstellung zur grossen Basler Plakataktion im Museum

Plakate der Aktion «Kreative contra Corona» sind ab sofort im Rappaz-Museum in Basel zu sehen. Vom eingebrochenen Wirtschaftszweig über einen Aufruf bis zur Ausstellung. Eine kleine Erfolgsgeschichte.

Am Anfang war der Lockdown und mit ihm kam die Coronakrise. Als der Bundesrat Mitte März die Corona-Schutzmassnahmen verordnete, brachen viele Wirtschaftszweige ein – und vor allem die Werbewirtschaft. Damit hatten viele Basler Gestalter kaum mehr etwas zu tun. Die Krise war existenziell.

Also griff der Basler Designer Jean Jacques Schaffner zu einem Gegenmittel: Zu einem Aufruf an die Berufskreativen dieser Stadt, sich auf Plakatgrösse mit der Krise auseinanderzusetzen. Diese Zeitung verbreitete die Botschaft, die Aktion wuchs und wuchs und sprengte bald die Möglichkeiten, alle Werke hier abzubilden.

Jetzt hängt eine Auswahl der Plakate im Rappaz-Museum Basel. Seit Donnerstag ist die Ausstellung offen, sie dauert noch bis am 21. Juni. Gezeigt werden 50 Werke aus den über 200 Einsendungen von rund 100 Designern. Die meisten arbeiten und leben in der Region Basel, einige haben sich aber auch aus den USA und Italien beteiligt.

Ein Signal an die Auftraggeber

Am Freitag informierten die Macher der Ausstellung die Medien. Initiant Schaffner sagte: «Die Kreativszene war zu diesem Zeitpunkt völlig gelähmt. Dabei war Kommunikation gerade jetzt wichtig – und zwar keine mit autoritären Zügen, wie sie die Kampagne des Bundes hatte, sondern auf Augenhöhe mit der Bevölkerung.» Was sich zu einer Leistungsschau der Kreativszene auswuchs, brauchte aber Finanzierung und Unterstützung. Nur so konnte der Werbeanbieter Clear Channel in den vergangenen Wochen Stelen in der Region mit den Plakaten bespielen.

Unterstützt wurde die Aktion von der Merian-Iselin-Klinik, deren Direktor Stephan Fricker am Freitag betonte, wie wichtig das Sponsoring einer Kommunikation auch in der Zeit der Ertragsausfälle im Spital war. Kurator Armin Vogt zeigte sich entsprechend erfreut. Die Aktion sei auch ein Signal an die Auftraggeber: «Künstler brauchen Partner», sagte er. Die Ausstellung soll ihren Teil dazu beitragen.

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