Coronavirus

Kreative contra Corona – Basler Grafiker und Werber organisieren breite Kampagne gegen das Virus

Design heisst, für Probleme eine Lösung zu finden. Für die Kreativwirtschaft von Basel ist das ein Weckruf. Grafiker und Werber der Region Basel sind nun aufgerufen, Plakate zur Bewältigung von Corona zu gestalten – unterstützt von Pro Innerstadt.

Die Coronakrise durchdringt viele Lagen der Gesellschaft: das Gesundheitssystem, die Behörden, aber auch die Wirtschaft. Damit trifft sie auch die Kreativwirtschaft hart – Werbeaufträge wurden storniert, Marketingbudgets zusammengestrichen. Dabei sind die Kreativen diejenigen, die nicht nur Marken bekanntmachen, sondern auch Botschaften entwickeln und vermitteln: eindrückliche, langfristige, gesellschaftsrelevante.

Das ist nicht von ungefähr ein wesentlicher Teil dessen, wofür der international renommierte Design-Preis Red Dot Award steht. Daher erstaunt es nicht, dass just ein langjähriges Jurymitglied dieses Preises, der Basler Jean Jacques Schaffner, von der ersten Stunde an eine Kampagne der Basler Kreativen mit vorantreibt. «Diese ausserordentliche Lage, diese Krisensituation ist geradezu ein Weckruf für Kreative», sagt Schaffner. Denn gutes Design, so heisst es, ist immer das Entwickeln einer herausragenden Lösung für ein gesellschaftliches Problem. «In Zeiten wie diesen soll Solidarität kein theoretischer Begriff sein. Es muss darum gehen, dass jeder seinen Fähigkeiten entsprechend die Möglichkeit hat, etwas beizutragen.»

Das Motto: Gestalter gestalten gegen die Angst

Die von den Behörden in Auftrag gegebenen Kampagnen erfüllen dabei eine ausserordentlich wichtige Funktion, sagt Schaffner, «aber sie können nicht alles erfüllen». So sei die Funktion von Kampagnen wie der des Bundesamts für Gesundheit (BAG) oder der Seifenboss-Kampagne von Basel-Stadt einem klaren Nutzwert zuzuordnen: Aufklären über Massnahmen, und das möglichst direkt und unmissverständlich.
Die Kreativkampagne will nun weiter gehen.

Professionelle Basler Gestalterinnen und Gestalter – ob freischaffend, Kleinagentur oder Grossbetrieb – sind eingeladen, sich an einer gross angelegten Kampagne zu beteiligen: «Gestalter gestalten gegen die Angst», so Schaffner. Unterstützt wird die Kampagne von Pro Innerstadt Basel. Die bz beteiligt sich im Rahmen ihrer publizistischen Möglichkeiten ebenfalls daran. So werden die Plakate über dieses Medium gesammelt. Die Präsentation der Werke wird auf jeden Fall auf den Kanälen der bz – also Print und Online – sowie auf der Plattform «Basellive.ch» von Pro Innerstadt stattfinden. Schaffner ist zudem daran, weitere Sponsoren an Bord zu holen, um eine flächendeckende Präsentation der Plakate in der Stadt Basel zu ermöglichen.

Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 19. April – jener Sonntag, an dem der vom Bund verordnete Lockdown enden soll. Zeit genug also, sich der Gestaltung zu widmen. Umso mehr, als das Virus und der Umgang mit der Angst auch nach einer allfälligen Lockerung der Sicherheitsmassnahmen die Gesellschaft tief bewegen werden. Schaffner zeigt sich überzeugt: «Die Aussage, dass der Ton die Musik macht, bekommt jetzt eine entscheidende Bedeutung – auch für uns Kreative.»

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