Vor bald drei Wochen, in der Nacht auf Freitag, 16. August, ging das Haus an der Rheingasse 17 in Flammen auf. Noch heute riecht es in der Strasse nach Rauch, und noch immer sitzt den Anwohnern und Beizern der Schreck in den Knochen. Zum Glück, so der Tenor, gab es nur zwei Leichtverletzte.

Nun aber schreckt eine Aussage von Peter Blumer, dem Direktor der Basler Gebäudeversicherung, auf: Am Montag sagte er in einem Bericht zum Lokalsender «Telebasel», man wisse nicht, ob in der Brandruine «unter Umständen» noch Leichen unter den Trümmern lägen.

Er sagte dies, obschon Abklärungen und Ermittlungen der Kriminalpolizei das Gegenteil ergeben haben. Entsprechend wird bei der Basler Staatsanwaltschaft die Aussage von Peter Blumer mit Befremden aufgenommen. Obwohl die Ermittler das Haus noch nicht betreten konnten, hält Kriminalkommissär René Gsell gegenüber der bz fest: «Derzeit liegen uns keinerlei Hinweise vor, dass sich noch Personen im Gebäude an der Rheingasse befinden könnten.»

Dies hätten die Ermittlungen sowie die Befragungen der Bewohner und Aussagen von Zeugen ergeben. «Auch eine visuelle Prüfung von Fotoaufnahmen, welche die Ermittler in Zusammenarbeit mit der Basler Feuerwehr über der betreffenden Liegenschaft herstellten, haben zu diesem Schluss geführt», so Gsell weiter. Die Aufnahmen wurden im Korb des Teleskopmastes des Feuerwehrwagens gemacht.

Und was sagt Peter Blumer zu der Berichtigung des Kriminalkommissärs? Der Gebäudeversicherungs-Direktor krebst nach seiner gewagten Aussage im Fernsehen zurück. Oder, wie er es selbst bezeichnet, seine Aussage müsse relativiert werden: «Ich habe meine Aussage darauf bezogen, dass man beim beschlossenen Rückbau des Dachstocks und des dritten Stocks sehr vorsichtig vorgehen müsse. Weil es nicht eine hundertprozentige Sicherheit dafür gibt, dass sich Brandopfer im Haus befinden.»

«Aus dem Zusammenhang gerissen»

Seine Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, betont der Direktor der Gebäudeversicherung. Trotzdem konstatiert Blumer gegenüber der bz: «Tatsächlich gibt es keinen akuten Verdacht auf Brandopfer, weil bei den Behörden keine Vermisstenmeldungen eingegangen sind. Aber erst wenn alle Zimmer der Brandstätte durchsucht worden sind, wird man eine abschliessende Aussage dazu machen können.»

Der Bagger, mithilfe dessen das Haus an der Rheingasse 17 rückgebaut werden soll, steht seit einigen Tagen bereit. Blumer geht davon aus, dass nächste Woche mit dem Rückbau begonnen werden kann. «Zurzeit wird ein Gerüst an der Fassade installiert, um diese während des Abbaus zu stabilisieren.»

Zu den Vorwürfen der lokalen Beizer, dass sie von den Behörden nicht informiert werden und dass «nichts» passiert, sagt Blumer: «Im Hintergrund passiert gerade sehr viel. Bei einer Brandregulierung stehen die Behörden jeweils mit dem Hauseigentümer in Kontakt, und das ist auch in der Rheingasse der Fall.