Vor dem Kollegiengebäude der Uni Basel kam es am Montagabend zu einem Polizeieinsatz. Anlass war eine Aktion vor dem Referat von Paul Bulcke, CEO der Nestlé-Gruppe, zum Thema «Rolle der globalen Nahrungsindustrie in der Gesellschaft», das er auf Einladung der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft in der Aula der Uni hielt.

«Eigentlich war nur geplant, mit Kerzen und Flyern auf die Morde an Nestlé-Gewerkschaftern in Kolumbien aufmerksam zu machen», berichtet die Basler SP-Grossrätin Sarah Wyss. Doch dann sei sie über den «massiven Polizeieinsatz erschrocken». Sie habe «drei Kastenwagen und mindestens 20 Polizisten» gezählt. Ein Flugblattverteiler sei vor dem Kollegiengebäude angehalten und zur Personenkontrolle mitgenommen worden. Zwei Studierende, die im Gebäude Flyer verteilten, seien in einem kleinen Lehrerraum isoliert worden. «Ich reiche noch heute Abend eine Interpellation ein und will wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage die Polizei die Personen festsetzte, wie viele Polizisten im Einsatz waren und wie viel der Einsatz kostete», erklärte die Grossrätin am Abend zur bz.

«Kontrolle vor Ort nicht möglich»

«Wir hatten im Vorfeld des Vortrags ernst zu nehmende Hinweise, dass es zu Störaktionen kommen könnte», erklärt Martin Schütz, Sprecher der Basler Polizei. Deshalb habe sie zusammen mit dem Veranstalter beschlossen, eine «Zutritts- und Effektenkontrolle» vorzunehmen. Rund ein Dutzend Personen sei aus dem Gebäude gewiesen worden, eine Person wurde zur Kontrolle auf die Polizeiwache mitgenommen – «da sie sich so aufgeführt hat, dass die Kontrolle vor Ort nicht möglich war». (dh)