Steigt die Temperatur des Rheins auf über 25 Grad Celsius an, darf die Industrie kein Kühlwasser mehr einleiten. So verlangt es die Gewässerschutzverordnung des Bundes.

Am 28. Juli hatte der Rhein mit 25,2 Grad diesen Grenzwert überschritten – trotzdem verwendete die Roche Kühlwasser des Rheins und leitete dieses später auf 30 Grad geheizt zurück in den Fluss, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete.

Antrag abgelehent und doch gewähren lassen

Das Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) habe den Antrag des Life-Sciences-Konzerns formell abgelehnt, schreibt die Regierung auf Fragen von Grünen-Grossrätin Mirjam Ballmer. Dennoch teilte das AUE der Roche mit, dass es die Einleitung von Kühlwasser bei kurzfristigen, leichten Überschreitungen tolerieren werde.

Aufgrund der Wetterentwicklung sei absehbar gewesen, dass der Rhein die 25-Grad-Marke Stunden später wieder unterschreiten würde – was auch eintraf. Zudem betont das AUE, dass der Rhein durch sämtliche Basler Kühlwassereinleitungen um höchstens 0,2 Grad wärmer werde. Einen viel grösseren Einfluss auf die Temperatur haben die Einleitungen der AKW: Sie erwärmen den Rhein um bis zu 3 Grad.

Valorec leitet an der Spitze

Hohe Wassertemperaturen haben schädliche Auswirkungen auf das Leben im Rhein und auf den Selbstreinigungsprozess. In Basel leitet die Firma Valorec mit 36 Millionen Kubikmeter am meisten Kühlwasser in den Rhein ein, bei der Roche sind es 8 Millionen, beim Unispital 2 Millionen und bei den Industriellen Werken IWB eine halbe Million Kubikmeter. (haj)