Nun findet die «Reise durch Indien» doch statt. Von Freitag bis Sonntag sollen rund 100 Künstler den Saalbau Rhypark in Basel mit indischer Kultur verzaubern. «Bharat Yatra» - auf Deutsch eben «Reise durch Indien» - wurde vor Monaten als «grösstes indisches Fest in Europa» angepriesen. Ursprünglich war die Veranstaltung für Ende August an prominenterem Ort geplant: in der St. Jakobshalle. Kurzfristig wurde das Datum auf das kommende Wochenende verschoben - neu im Rhypark.

Diese Änderung ist aber nicht alles, was stutzig macht. Mehrere Künstler, die hätten auftreten sollen, haben sich laut Programmvergleich von damals und heute, zurückgezogen. Einer davon ist der international bekannte Perkussionist Udai Mazumdar, der in Basel wohnt.

Termin verschoben

Grund: Das Festival sei nicht gut organisiert. «Eine Woche vor dem Termin im August habe ich erfahren, dass die Veranstaltung verschoben wurde.» Er habe acht Künstler aus Indien für das Spektakel engagiert: «Die Flüge waren gebucht, die Leute haben also ihr Geld verloren.» Er selber habe seinen Auftritt nie abgesagt: «Ich wurde nie kontaktiert und habe irgendwann festgestellt, dass ich im Internet nicht mehr im Programm stehe.» Das sei aber gut so: «Ich bin froh darüber, dass ich mit der Veranstaltung nichts mehr zu tun habe.»

Der Veranstalter von «Bharat Yatra», Vijay Kakkar, sieht das ganz anders: «Alle Künstler, die wir für die Show wollten und die zugesagt hatten, sind dabei.» Wer etwas anderes behaupte, fühle sich gekränkt, weil er nicht ausgewählt wurde. Oder: «Die Künstler wollten zu viel Gage.» Der Termin sei übrigens verschoben worden, weil es im August schweizweit zu viele andere Feste gebe.

«Argument der Gage stimmt nicht»

Mazumdar entgegnet, er sei nie angefragt worden, um über das Finanzielle zu sprechen. «Wir hatten eine Gage ausgehandelt, mit der die Veranstalter einverstanden waren. Hat sich das geändert, hätten sie mit mir reden können.» Der bekannte Tanzmeister D. Keshava vom Kalasri Tanzensemble in Basel erzählt dieselbe Geschichte: «Uns wurde unser Auftritt bestätigt. Wir haben viel Zeit mit Vorbereitungen verloren und ein Engagement im Ausland abgesagt.»

Im aktuellen Programm seien sie nicht erwähnt, im Internet werde das Festival jedoch mit dem Namen seiner Gruppe und Bildern beworben. Das Thema von zu hoher Gage lässt er nicht gelten: «Die Idee des indischen Festivals war gut, wir waren bereit, den Event zu unterstützen. Es fehlte an ehrlicher Kommunikation.»

Das Programm für das Indienfestival in Basel steht nun und ist auf der Homepage einzusehen. Die Künstler einzeln anklicken ist zurzeit jedoch nicht möglich. Der Festivalveranstalter Vijay Kakkar freut sich auf das Indian Festival: «Wir haben über zehn Monate hart an der Organisation gearbeitet. Es wird eine wunderschöne Show mit einer unglaublichen Vielfalt an tollen Darbietungen.» Er versucht zu schlichten: «Die Künstler, die jetzt nicht dabei sein können, werden nächstes Jahr angefragt.»