Rhein

Kulturfrachter Lorin auf Heimatbesuch: Anmari Wili ist mit ihrem Schiff bis Ende Juni in Basel

Anmari Wili auf dem Frachter.

Anmari Wili auf dem Frachter.

Es ist ein ungewöhnlicher Montagmorgen: Ein Flügel, Marke Steinway & Sons, fliegt an einem Kran befestigt im Hafenbecken 1 am Dreiländereck durch die Luft auf ein Schiff zu. Auf dem Deck stehen ein Mann und eine Frau, sie strecken ihre Arme nach dem Klavier aus und lotsen es vorsichtig durch eine schmale Öffnung ins Innere des Frachters. «Super!», ruft die Frau und klatscht in die Hände. Es ist die Künstlerin Anmari Mëtsa Yabi Wili, Besitzerin des Frachters und des Flügels. «Lorin», so heisst das Schiff, ist nach einem Jahr in Strassburg wieder in Basel anzutreffen.

Performances und Konzerte

Der Grund ist ein Kunstprojekt. Für «Lorin’s Promenade 19» hat Wili von den Schweizer Rheinhäfen die Erlaubnis erhalten, während eines Monats am Lotsensteiger an der Uferstrasse 1 anzulegen.

Vom 6. bis zum 8., vom 10. bis zum 16. und vom 20. bis zum 22. Juni wird aus «Lorin» eine Galerie zum Thema Schifffahrt und überraschende Ereignisse. Sie kann von 14 bis 19 Uhr besucht werden. Ab 15 Uhr führt Anmari Wili jeweils eine Performance durch, danach gibt sie gemeinsam mit Adhi Jacinth Tanumihardja ein Konzert. Für dieses wurde der eine Flügel vom Industriekran der Rhenus AG an Bord gehievt, der andere befand sich bereits an Deck. Im Anschluss findet jeden Abend die Performance-Fahrt «¿ ah ! – ¡ here you are ? !» von der Uferstrasse zum Hotel «Drei Könige» und zurück statt.

Wie der Flügel auf das Frachtschiff Lorin kam

Wie der Flügel auf das Frachtschiff Lorin kam

Anmari Wili ist mit ihrem Schiff bis Ende Juni in Basel. Der Grund ist ein Kunstprojekt. Für «Lorin’s Promenade 19» hat Wili von den Schweizer Rheinhäfen die Erlaubnis erhalten, während eines Monats am Lotsensteiger an der Uferstrasse 1 anzulegen.

Anmari Wili und Caroline Ehret spielen dabei auf zwei Ondes Martenot, dem Pionierinstrument der elektronischen Musik, ein Stück. Sie werden von einem Tanzensemble des Theaters Basel und Lichtkunst von Anuk Jovovic begleitet. Abgeschlossen werden die Tage dort, wo sie beginnen: In der Frachtraum-Galerie startet um Mitternacht die «Klingboa»-Präsentation.

Als Wili den Frachter vor zehn Jahren kaufte, war es ihr Ziel, ihn zum Lebensmittelpunkt zu machen. «Dazu gehört er natürlich nach Basel, wo ich lebe», sagt Wili. Einen fixen Liegeplatz hat sie jedoch nicht erhalten. Deshalb zog sie vor einem Jahr nach Strassburg. «Es ist aber immer noch mein Wunsch, in Basel zu leben», sagt sie. Ob und wie das gelingt, ist noch unklar. Eines weiss sie aber: «Ich bleibe dran. Lorin macht einfach Freude und gibt meinem künstlerischen Beruf effiziente Ausdrucksmöglichkeiten.»

Autor

Kelly Spielmann

Kelly Spielmann

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