Mitmachaktion
Kunstmesse Scope spannt den Draht zur Bevölkerung

Die Kunstmesse Scope findet vom 12. bis zum 17.Juni statt – zum vorerst letzten Mal auf dem Kasernenareal. Mit einer in der bz lancierten Aktion wollen die Veranstalter der Kunstmesse Scope die Bevölkerung zu mehr Interaktion animieren.

Mélanie Honegger
Merken
Drucken
Teilen
Im Fokus steht die Installation «Say it out loud» des Künstlers Satch Hoyt.

Im Fokus steht die Installation «Say it out loud» des Künstlers Satch Hoyt.

Die kleine Schwester der Art hat es schwer: Während die Art wohlhabende Käufer und Prominente aus aller Welt anlockt, ist die Scope auf dem Kasernenareal noch immer auf der Suche nach einem Platz für die nächstjährige Veranstaltung. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, zimmern die Veranstalter aus der Nebenmesse eine innovative Veranstaltung für Kunstliebhaber.

Innovative Projekte

Diese können sich dieses Jahr aktiver als je zuvor am Kunstgeschehen beteiligen. Im Fokus steht die Installation «Say it out loud» des Künstlers Satch Hoyt. Für den Bücherberg, den der Künstler als Podest mit Mikrofon inszeniert, sucht die Scope 3000 Bücher. Mit seinem Werk spricht der britisch-jamaikanische Hoyt Vorurteile gegenüber nicht-europäischen Künstlern an, insbesondere afrikanischen.

Basel baut mit: 3000 Bücher gesucht

Eine Treppe, die auf einen Berg von dreitausend Büchern führt: Für die Installation des Künstlers Satch Hoyt sucht die Scope Leute, die aktiv an der Enstehung eines Kunstwerkes teilnehmen möchten und dafür nicht mehr gebrauchte Bücher stiften. Die einzige Vorgabe: Die Bücher müssen über einen harten Einband verfügen. Interessierte können am Freitag, 1. Juni, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 2. Juni, von 10 bis 16 Uhr Bücher vorbeibringen. Die Sammelstelle befindet sich im Innenhof des Schmiedenhofes. Auch die dortige GGG-Bibliothek hilft mit: Sie stellt 1000 Bücher zur Verfügung. Jeder Buchspender erhält einen Gratis-Eintritt für die diesjährige Scope und einen GGG-Gutschein (mho)

Highlight: Lounge in der Mitte des Messezelts

Der «gescheiterte Architekt», wie sich der Amerikaner selbst nennt, hat die Scope vor elf Jahren auf die Beine gestellt. Ziel war es, Raum für junge Galeristen zu schaffen. Für die diesjährige Ausgabe der Kunstmesse kann der 41-Jährige mit innovativen Projekten aufwarten. Nebst schwedischen Künstlern, welche die Stadt mit Möbeln ausstatten werden, sind sich Hubshman und der Kommunikationsverantwortliche Patrick Tschan über das Highlight der Messe einig: «Die Lounge in der Mitte des Messezelts wird fantastisch sein.»

Das vom Masterstudio Design der Hochschule für Kunst und Gestaltung konzipierte Projekt werde eine lebendige Stadt repräsentieren. «Das wird aussehen wie in japanischen Godzilla-Filmen», erklärt Hubshman lachend, «die Gäste sitzen auf Hochhäusern und haben Strassen zu ihren Füssen.»

Virtueller Messerundgang

Dass die Scope vermehrt auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung setzt, zeigt sich auch an der jüngsten Erfindung der Veranstalter: einer App, die den Nutzer virtuell durch die Messeräume führt und mit Informationen rund um die Veranstaltung versorgt. Ab dem 1.Juni ist sie auf iTunes erhältlich – momentan noch gratis.

Die Vernetzung ist Hubshman wichtig: Am Eröffnungsabend bietet er mit der «One-fifty»-Veranstaltung 150 ausgewählten Talenten aus Politik und diversen Kunstbereichen die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch. Junge Menschen kommen bei Hubshman auf jeden Fall nicht zu kurz.

Die diesjährige Scope findet vom 12. bis zum 17.Juni statt – zum vorerst letzten Mal auf dem Kasernenareal.