Konfrontation

Kurden-Demo: Türken warnen vor Eskalation

In Basel wird es heute eine bewilligte Kurden-Demo geben. Türken haben diesbezüglich Rundmails versendet. Sie sind gegen die Kundgebung. (Symbolbild)

In Basel wird es heute eine bewilligte Kurden-Demo geben. Türken haben diesbezüglich Rundmails versendet. Sie sind gegen die Kundgebung. (Symbolbild)

Vor der heutigen Demonstration gegen die türkische Invasion in Nordsyrien hat sich die Lage zusätzlich angespannt. Am Freitagmittag tauchte ein Rundmail auf, das in türkisch-nationalistischen Kreisen verschickt wurde. Mehrere Dutzend gleichlautende Mails mit dem Betreff «Aufruf zur Ordnungsbeschaffung» [sic] erreichten die Redaktion der «Schweiz am Wochenende». Absender waren jeweils unterschiedliche Personen, unter anderem führende Persönlichkeiten von regionalen türkischen Vereinen oder Moscheen.

Das Mail wurde offenbar nach dem Freitagsgebet koordiniert verschickt. Auch weitere Absender lassen sich klar dem türkisch-nationalistischen Umfeld zuordnen. Allerdings wollte keiner der Angefragten persönlich Stellung nehmen.

Das fehlerhafte Mail startet mit Kritik an den kurdischen Demonstranten und an der «schwachen» Polizei, welche die heutige Kundgebung bewilligt hat. Am Ende wird eine kaum verhohlene Drohung ausgesprochen: «Ebenfalls weisen wir Sie darauf hin, dass sich die Gegenpart [sic] nicht mehr lange zurückhalten und zusehen wird, wie die Flagge einer Nation in der Öffentlichkeit verbrannt wird. Diese abwertende und schmutzige Aktion wird auf Widerstand stossen, was zu einem unüberblickbaren Chaos in Basel führen wird.»

Kritik an der Basler Polizei wegen der Demo-Bewilligung

Tatsächlich ist es in den vergangenen Wochen etwa in Deutschland bei kurdischen Demonstrationen mehrfach zu tätlichen Auseinandersetzungen mit türkischen Gegnern gekommen. Entsprechend dürfte die Basler Polizei das Rundmail auch mit Besorgnis zur Kenntnis genommen haben.

Die Demonstration, die heute um 13 Uhr beim Theaterplatz startet und dann über die Mittlere Brücke zum Claraplatz und durch die Klybeckstrasse zur Dreirosenanlage ziehen soll, sorgte bereits für grosse Diskussionen. Linksautonome Kreise hatten in ihrem Aufruf zur Teilnahme «Angriffe auf Kriegsprofiteure» angekündigt. Zuletzt war eine Mercedes-Garage beschädigt worden mit der Begründung, dass die türkische Armee auch Lastwagen der deutschen Automarke benutze. Mehrere bürgerliche Parteien kritisierten die Polizei mit Blick auf die Herbstmesse und den Samstagsverkauf für die Erteilung der Bewilligung der Demonstration.

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