Brisant
Kurswende in der Basler Verkehrskommission sorgt für Zündstoff

Im Grossen Rat in Basel könnte es bald noch mehr Stunk geben, wenn es um Verkehrsfragen geht. Der bürgerliche Wortführer in der Basler Verkehrspolitik tritt aus der Kommission aus: André Auderset soll auf Heiner Vischer (beide LDP) folgen.

Benjamin Rosch
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Wenn es um Verkehrsfragen geht, ist man sich im Grossen Rat nicht immer einig.

Wenn es um Verkehrsfragen geht, ist man sich im Grossen Rat nicht immer einig.

Pixabay

Er ist der Wortführer der Basler Bürgerlichen in der kantonalen Verkehrspolitik. Egal ob Parkplätze, Veloring oder neue Tramhaltestellen: Heiner Vischer aus der LDP tritt für die Überzeugungen der Parteien rechts der Mitte ein. Kein anderer Kommissions-Vizepräsident ist so präsent wie Vischer. Das hat jedoch weniger mit dem Wesen des Basler Daiglers zu tun, sondern mit jenem der Kommission. Die Umwelt- und Verkehrskommission (Uvek) sei die politischste, sagen einige Mitglieder. Man kann auch sagen: Es ist die zerstrittenste. Es sind weniger Umwelt-Themen wie etwa das neue Energiegesetz, welche das Gremium tief spalten, sondern der Wegfall von Parkplätzen und alles, was die verschiedenen Verkehrsteilnehmer im Ansatz gegeneinander auszuspielen droht.

Heiner Vischer

Heiner Vischer

Martin Töngi

Vischer tritt per Februarsitzung zurück. Er wird künftig das Amt des Statthalters ausfüllen und sich so ein Jahr auf das Mandat als Grossratspräsident 2019 vorbereiten. Damit folgt er auf Remo Gallacchi (CVP) der seinerseits Joël Thüring (SVP) als oberster Basler ablöst. Zwar habe er sein Rücktrittsschreiben noch nicht eingereicht, doch der Entscheid stehe fest, sagte Vischer gegenüber der bz.

Fraktionschef Michael Koechlin ist im Bilde. Und er hat bereits einen Nachfolger für Vischer in der Uvek gefunden: André Auderset. Dies birgt zusätzlichen Zündstoff, denn Auderset pflegt eine markante Rhetorik und einen provokativeren Stil als Vischer. Anders als Velofahrer Vischer ist Auderset zudem bisher stark als Befürworter des motorisierten Verkehrs aufgetreten. So sitzt er etwa im Unterstützungskomitee der Volksinitiative zur Senkung der Basler Parkgebühren. Allerdings scheint er sich auch in Energiefragen engagieren zu wollen: Erst vor wenigen Tagen reichte Auderset eine Motion ein, die die Bewilligungshürden abbauen will, die sich an das Betreiben einer privaten Wärmepumpe im Garten stellen. Auderset war gestern nicht erreichbar.

André Auderset

André Auderset

zvg

Auderset Vize, Häfliger in die JSSK?

Ganz sicher ist der Einsitz von Auderset in die Uvek indes noch nicht: Die LDP kann ihn lediglich zur Wahl vorschlagen. In aller Regel folgt das Parlament jedoch den Vorschlägen der einzelnen Fraktionen. Obwohl Koechlin offen lassen wollte, ob man Auderset auch gleich für die Stellvertretung von Präsident Michael Wüthrich in Betracht ziehe, gelte dies «im Prinzip» auch für die Nomination des Vizepräsidiums. Dieser Darstellung widerspricht Wüthrich, der sich ansonsten nicht zu den Wechseln äussern wollte: «Es ist Usanz, dass Präsident und Vize aus unterschiedlichen Lagern kommen, mehr nicht.» Ohnehin werde der Vize durch die Kommission bestimmt.

Der Wechsel bringt mit sich, dass Auderset die Justiz- und Sportkommission verlässt. Dort soll ihn René Häfliger ersetzen.