Das Bässlergut in Weil am Rhein hat mit dem gleichnamigen Basler Ausschaffungsgefängnis, das sich auf Basler Grund und Boden befindet, nichts zu tun. Nur wenige Hundert Meter davon entfernt, auf halbem Weg zwischen Zoll Otterbach und Laguna, befindet sich das Hofgut. Dazu gehören knapp zehn Hektaren Land, das früher landwirtschaftlich genutzt wurden.

Das Bässlergut, zu der auch eine Wohnung gehört, ist Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Barbara Neidhart, Sprecherin Immobilien Basel-Stadt, sagt: «Es war bis Mai 2018 bewohnt. Die Nachlassregelung dauerte dann noch bis November.»

Derzeit hat die Einwohnergemeinde eine Bauanfrage bei der Stadt Weil am Rhein am Laufen, um einschätzen zu können, welche Nutzung unter welchen Bedingungen dort möglich wäre. Einfach wird es nicht, dessen ist sich auch Neidhart bewusst: «Der Hof liegt in der Landwirtschaftszone und in einem Grundwasserschutzgebiet.»

Die Einschätzung bestätigt der Weiler Stadtplaner Christian Renner: «Es ist ein schwieriges Objekt. Es hat schon länger kein konkretes Projekt mehr dort gegeben.» Schwierig seien zum Beispiel die fehlende Anbindung und die Zufahrt mitten im Naturraum.

Vorhaben wie die Schaffung eines trinationalen Umweltzentrums sind deshalb gescheitert. «Selbst wenn alle Mitarbeiter mit dem Velo gekommen wären, hätte man Auto-Abstellplätze schaffen müssen.»

Letzte Woche geriet das Bässlergut kurz in die Schlagzeilen, weil vier Frauen und vier Männer aus der Schweiz das Gebäude besetzt hatten. Die Besetzung dauerte nur kurze Zeit, bis die deutsche Polizei das Haus wieder räumte. Die Einwohnergemeinde hatte Strafanzeige gestellt.

Wohnen und arbeiten

Neidhart sagt:«Die Polizei hatte das Gebäude schon umstellt, als sie bei uns anfragte, ob sie es räumen solle. Wir mussten dann sehr rasch entscheiden. In anderen Fällen in Basel suchten wir immer zuerst das Gespräch, in Deutschland aber hätte ein Rückzug der Polizei die Duldung der Nutzung bedeutet.»Für die Duldung fehle Immobilien Basel-Stadt die rechtliche Grundlage. Zudem sei das Bässlergut kein Wohngebiet.

Laut «Badische Zeitung» hat der Schweizer Hermann Bässler ab 1927 begonnen, das Gelände zusammenzukaufen und es bis in die späten 40er-Jahre systematisch erweitert. Das jetzige Gebäude soll von 1945 stammen. 1962 hatte Bässler Gelände und Haus an die Einwohnergemeinde verkauft.

Dieser gehört auch ein weiteres, zehn Hektaren grosses Entwicklungsgebiet namens Otterbach Süd. Neidhart erläutert: «Hierfür untersucht derzeit die Gemeinde Weil am Rhein in einem Testplanverfahren, ob sie es für Wohnen und Arbeiten nutzen kann.» Den Lead dabei habe aber Weil.