Biografien

«kurz & bündig»: Neuer Basler Kleinverlag beschränkt sich aufs Wesentliche

Der Buchverleger von «kurz & bündig», Dominique Oppler.

Sie liegen leicht in der Hand und sind rasch gelesen. Ausgaben sind mit Fotos und Zitaten begleitet und haben höchstens 160 Seiten – länger als ein Zeitschriftenporträt und kürzer als eine Buchbiografie.

Schnell und günstig produziert sind die Bändchen, sie kosten weniger als
15 Franken, liegen leicht in der Hand und sind rasch gelesen. Die ersten tragen etwa die Namen des TV-Entertainers Jürgen von der Lippe, des Autors Pedro Lenz und der Sportkletterin Nina Caprez. Alle Ausgaben sind von Fotos und Zitaten begleitet und haben höchstens 160 Seiten – länger als ein Zeitschriftenporträt und kürzer als eine Buchbiografie.

Die Idee des neuen Verlags «kurz & bündig»: prominente Zeitgenossen in zugänglicher Form zu präsentieren.

«Menschen, nicht Stars»

Die einfach und einheitlich gestalteten Büchlein kommen mit der hohen Startauflage von durchschnittlich 5000 Exemplaren heraus. Doch da sollen nicht einfach Erfolgsgeschichten nacherzählt werden. «Wir wollen die Porträtierten so zeigen, wie sie das Publikum nicht kennt», sagt der erfahrene Marketingmann und Verleger Dominique Oppler in seinem Büro im Basler Gundeldingerquartier. Und: «Die Menschen stehen im Zentrum, nicht die Stars.»

So geben die Texte, die meist nach längeren Gesprächen entstehen, nicht einfach die biografischen Fakten wieder. Gezeigt werden soll zum Beispiel, so Oppler, was es für eine erfolgreiche Karriere brauche und wie man am besten mit Misserfolgen umgehe.

So würden die Prominenten als Vorbilder präsentiert, die dem Lesepublikum auch «neue Lebensimpulse» geben könnten – hohe Ansprüche. Später sollen auch Menschen aus Politik und Wirtschaft an die Reihe kommen.

Der 2018 gegründete Verlag wirbt vor allem in den Sozialen Medien und hat damit ein junges Publikum im Auge. Ähnliche Buchkonzepte mit aktuellen Porträts kenne er in Europa nicht, meint der Verleger. Am ehesten orientiere er sich an der – auch bei Jugendlichen – populären Schweizer TV-Vorabendsendung «Glanz&Gloria».

Oppler glaubt nicht, dass die Leute heute weniger lesen als früher. Dicke Wälzer würden zwar kaum mehr verschlungen: «Aber im Zeitalter von Internet, E-Mail- und Handy-Kommunikation wird immer noch sehr viel gelesen – nur eben anders.»

Die Inhalte müssten schnell und leicht erfassbar sein. Und leicht zugänglich: So möchte der Verleger nicht nur online und in Buchhandlungen, sondern auch an Bahnhofskiosken präsent sein, wo man Bücher meist spontan kauft.

Erfolg mit Roger

Dass in der Softcover-Reihe etwa auch der 93-jährige griechische Musiker und Komponist Mikis Theodorakis Platz hat, lässt die Auswahl der Porträtierten etwas zufällig erscheinen. Auch der angestrebte leichte, journalistische Stil kommt unterschiedlich zum Tragen. Doch der Kleinverlag kann bereits einen Erfolg verbuchen: Der Titel mit Roger Federer, letztes Jahr relativ breit besprochen, steht im Moment auflagemässig bei 15 000 Exemplaren. Für den USA-Markt wird die Biografie des Tennisstars bald in englischer Übersetzung erscheinen.

Kann die Schnelllese-Buchreihe eine Zukunft haben, wenn sich inzwischen auch Hintergrundwissen rasch im Internet holen lässt? Der Verleger zeigt sich optimistisch. Sollten sich die Porträts als Renner erweisen, denkt er an eine Erweiterung des Konzepts: einheitlich gestaltete, kompakte und rasch konsumierbare Büchlein in hoher Auflage. Über die neue inhaltliche Ausrichtung mag er aber noch nichts sagen.

Meistgesehen

Artboard 1