Zur Forderung, das U-Abo des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) bis Olten für gültig zu erklären, hat sich die Baselbieter Regierung einmal mehr geäussert. Sie lehnt das Anliegen ab, das SVP-Landrätin Susanne Strub (Häfelfingen) in einer Motion kundgetan hat. Strub reichte ihren Vorstoss Ende November 2017 ein, unmittelbar nach der Volksabstimmung, die deutlich für den Erhalt der S 9 ausgefallen war. Im März 2018 überwies das Kantonsparlament die Motion als weniger verbindliches Postulat.

Die Idee ist nicht neu: In der Vergangenheit sind schon mehrere Vorstösse zu diesem Thema geprüft worden. Die Regierung stützt sich in ihrer neusten Antwort auf die Argumente des TNW-Vorstands. Denn es liegt in der Kompetenz des TNW, das Verbundgebiet zu erweitern. Für eine Anpassung müssen alle Verbundpartner zustimmen; das sind fünf Transportunternehmen und ebenso viele Kantone.

«Eine Ausweitung der Gültigkeit bis Olten nur auf die S 9 könnte als Präjudiz gelten und weitere Forderungen wie die Gültigkeit auch auf der Hauensteinlinie S 3 nach sich ziehen», wird begründet. Sie müsste mit einer «markanten» Preiserhöhung des U-Abos einhergehen, weil der TNW auch die Ertragsausfälle beim Fernverkehr kompensieren müsste. Der TNW-Vorstand meint weiter, dass eine solche Preiserhöhung zurzeit kaum durchsetzbar wäre und zur Folge hätte, dass sich das U-Abo für viele Kundinnen und Kunden nicht mehr lohnte.

Zudem würde die Ausweitung der Gültigkeit bis Olten bloss fürs Läufelfingerli zur Kundenfalle. So müsste es für die Strecke Sissach–Olten neu zwei unterschiedliche Tickets mit unterschiedlichen Preisen und Gültigkeiten geben, heisst es in der Stellungnahme der Regierung. Aufgrund der Einschätzungen des TNW-Vorstands, der diese Erweiterung des Geltungsbereichs ablehnt, beantragt die Regierung dem Landrat, das Postulat abzuschreiben.

Fahrplan nach Pendlerströmen

Dennoch gibt es positive Nachrichten für die Benutzer der S 9-Linie: Um das Läufelfingerli zu stärken und das Angebot attraktiver zu gestalten, ist die geforderte Drehung des Grundtakts um eine halbe Stunde und die damit gewünschte bessere Einbindung der S 9 in den Knoten Olten im Optimierungsprozess für den Ausbauschritt 2025 nach wie vor in Prüfung.

Trotzdem wird bereits mit dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember ein Teil des angestrebten neuen Fahrplans eingeführt. Will heissen: Die S 9 fährt in Sissach jeweils zur vollen Stunde ab, in Olten jeweils zur halben Stunde. Dies schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf einen weiteren Vorstoss.

Dieser Fahrplan gemäss Pendlerströmen – der Wechsel der Lastrichtung erfolgt mittags – bietet morgens aus dem Homburgertal gute Anschlüsse an die Fernverkehrszüge in Olten und Sissach sowie abends von den Fernverkehrszügen ab Olten und Sissach ins Homburgertal. Die Einführung eines Halbstundentakts auf der Läufelfingerli-Linie ist laut Baselbieter Regierung geprüft, jedoch verworfen worden.