Es ist nicht einfach für ein Indoor-Festival im hart umkämpften Mainstream-Markt. Das spürt die Baloise Session, die mit grossen Namen in kleiner Halle mitmischt und für die Schweiz möglichst exklusive Konzerte präsentieren will. Denn auch wenn ein gutes Viertel der 1500 Tickets pro Abend für Geschäftsleute reserviert sind: Das Programm entscheidet am Ende über den Erfolg. Und die höheren Gagenforderungen der vergangenen Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.

Wie 2017 wird auch in diesem Jahr die Anzahl Konzerte reduziert. Nur zehn Abende lang spielt die Musik in der Eventhalle der Basler Messe, bei einem Budget von satten 8,5 Millionen Franken. Dafür leistet sich das Team um Festivalchefin Beatrice Stirnimann drei Acts im Stadionformat.

Zum Beispiel Lauryn Hill. Die Stimme der Fugees, die mit ihrem Cover von «Killing Me Softly» den jazzigen R&B in die 90er-Jahre überführte. Vor 20 Jahren schuf sie ein epochales Soloalbum: «The Miseducation of Lauryn Hill». Danach verglühte ihr Stern allerdings zunehmend, Hill fiel nicht nur bei der amerikanischen Justiz in Ungnade (Steuerhinterziehung) sondern auch bei manchen Fans, weil sie gesanglich nicht verlässlich an ihre goldenen Jahre anknüpfen konnte.

Stadion-Pop in der Messehalle

Man darf also gespannt sein, ob sich das teure Engagement in Basel auch künstlerisch auszahlen wird. Es bedurfte jedenfalls eines Sonderefforts, um sie ausserhalb ihrer offiziellen Jubiläums-Tournee nach Europa, an die Baloise Session zu locken.
Lauryn Hill dürfte die grösste Diva im Programm sein, mit Ticketpreisen zwischen 90 und 130 Franken ist sie jedoch nicht teuerster Act. Für die finnischen Stadion-Popper Sunrise Avenue, die den Konzertreigen eröffnen werden, muss man noch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, ebenso für den US-amerikanischen R&B-Sänger John Legend. Dieser unterbricht seinen Vaterschaftsurlaub ausschliesslich für Basel, mit einem Solo-Gastspiel, am Flügel und Mikrofon. John Legend tritt an zwei Abenden auf, so wie Alicia Keys im vergangenen Jahr. Die Preise bei ihm sind moderater als bei ihr, die besten Plätze kosten 190 Franken.

Im Programm finden sich auch zwei alte Legenden: Der 82-jährige Bluesmusiker Buddy Guy präsentiert sein aktuelles Album mit dem fast schon trotzigen Titel «The Blues is Alive and Well». Und Jimmy Cliff, 70 Jahre alt, wird zur «Reggae Night» aufrufen.

Zahlreicher aber sind junge Acts, deren Songs einem derzeit noch vertrauter sind als ihre Namen: Walking on Cars aus Irland etwa, oder Laura Pergolizzi alias LP.
Bei aller kommerziell orientierten Ausrichtung ist das Festival bemüht, künstlerische Qualität zu präsentieren. Die starken Stimmen der Schweizerinnen Nicole Bernegger, Alina Amuri und Veronica Fusaro sprechen dafür, ebenso die Bluessängerin Beth Hart, die man schon im Z7 erleben konnte.

Auffallend ist, dass der Versuch, elektronischen Pop ins Programm zu integrieren, vorerst ad akta gelegt worden ist.


Baloise Session 19.10. bis 6.11.
Der Vorverkauf beginnt am 29. August.