Tourismus

Lauter leere Hotelbetten: Das Basler Tourismus-Desaster im Juni 2020 in Zahlen

Das Restaurant «Cheval Blanc» im Les Trois Rois in Basel: Auch Luxushotels treffen die Coronamassnahmen zurzeit hart.

Das Restaurant «Cheval Blanc» im Les Trois Rois in Basel: Auch Luxushotels treffen die Coronamassnahmen zurzeit hart.

Übernachtungen in Basel erreichen historischen Tiefstand. Die Coronamassnahmen sind ruinös, die Gästezahlen aus Übersee dramatisch und in der Hotellerie blieben Dreiviertel aller Betten im Juni 2020 leer.

Übernachtungen in Basel erreichen historischen Tiefstand – ruinöse Coronamassnahmen.
Der Verzicht auf Geschäftsreisen bei Roche, Novartis und Co., das Verbot grosser Konferenzen, die eingestellten Veranstaltungen, die Reiseauflagen: All das legt zurzeit den Tourismus praktisch still. Das zeigen die Zahlen der Basler Tourismusstatistik. Der Einbruch bei den Logiernächten betrug auch im Juni an die 80 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Insgesamt verzeichnete Basel im ersten Halbjahr an die 60 Prozent weniger Hotelgäste – da sind aber die weitgehend normal verlaufenen Monate Januar und Februar mitgezählt.

Nun muss man dazu festhalten, dass 2019 ein absolutes Rekordjahr in der Geschichte des statistisch erfassten Basler Tourismus war. Noch nie übernachteten so viele Menschen in der Stadt am Rheinknie. Aber damals war ja auch noch was los.

Was in Basel zählt, ist der Ausländertourismus

Zu den konkreten Zahlen: Diesen Juni wurden 30 190 Übernachtungen in den Basler Hotels gezählt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 78,2 Prozent. Noch dramatischer formuliert: Das waren 108 358 Logiernächte weniger als im Juni 2019.Situationsgemäss kamen die meisten Gäste diesen Juni aus dem Inland. Sie buchten 18 860 Logiernächte, was gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme um 19’399 Nächte entspricht.

Den Stellenwert des Reisetourismus in Basel unterstreichen die Zahlen bei den Gästen aus dem Ausland: Diese buchten gerade mal 11330 Logiernächte. Das sind 88959 oder fast 90 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Dies schlug sich auch bei den wichtigsten Herkunftsländern nieder: Die meisten Übernachtungen wurden von Deutschen gebucht (5269, 2019: 17198), dann folgen die Franzosen (1400, 2019: 7060) und die Italiener (464, 2019: 4734).

Über Dreiviertel Leerstand in Basler Hotelzimmern

Äusserst dramatisch sieht die Lage bei den Gästen aus Übersee aus. So wurden gerade mal 433 Gäste aus den USA begrüsst. Das sind historisch wenige. Im Vorjahr logierten im selben Monat 19380 Gäste aus den Vereinigten Staaten in Basel – und das natürlich in jenem Monat, in dem traditionellerweise die Art Basel stattfindet.

Besonders schmerzhaft trifft dies Unternehmer, die bis vor Kurzem noch in die Luxushotellerie investiert hatten. Die meisten Buchungen fielen in mittelklassigen und tiefpreisigen Hotels an. Die Vier- und Fünfsternekategorie verzeichnete im Juni eine Nettozimmerauslastung von gerade mal 16,3 Prozent. Im Dreisternebereich waren immerhin 26,1 Prozent der Betten belegt, im tiefpreisigen Segment waren es 24,3 Prozent. Somit waren im Schnitt über Dreiviertel aller Basler Hotelbetten im vergangenen Monat leer.

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