Regierungswahl

LDP für bürgerliches Viererticket – mit Dürr

Baschi Dürr (mit Rücken zum Bild) und Christophe Haller. (Archiv)

Baschi Dürr (mit Rücken zum Bild) und Christophe Haller. (Archiv)

Die Basler Liberaldemokraten sprechen sich für ein bürgerliches Viererticket bei den Regierungsratswahlen vom 28. Oktober aus.

Neben dem eigenen Regierungsrat Christoph Eymann und dem bisherigen CVP-Mann Carlo Conti sollen die beiden neu kandidierenden Freisinnigen Baschi Dürr und Christophe Haller auf eine gemeinsame Liste. Was nach einer blossen Formalie klingt - die Präsidien der drei Parteien hatten sich bereits im Vorfeld für ein gemeinsames Antreten ausgesprochen - wurde an der LDP-Versammlung zum Gegenstand einer emotionalen Debatte.

LDP-Urgestein Andreas Burckhardt stellte namentlich die Kandidatur des 35-jährigen Dürr infrage. Namentlich äusserte Burckhardt, der einige Jahre mit Dürr im Grossen Rat politisiert hatte, Zweifel an dessen Teamfähigkeit. Zudem mangle es Dürr an Transparenz und Offenheit. Burckhardt spielte auf die Tatsache an, dass Baschi Dürr vor Jahren vor einem Militärgericht verurteilt worden war, weil er die Unteroffiziersschule verweigert hatte. Dies hatte Dürr an der Nominationsversammlung seiner Partei verschwiegen.

Mit seiner scharfen Kritik hatte Burckhardt seine Parteikolleginnen und -kollegen für einmal nicht auf seiner Seite: Vor allem Regierungsrat Eymann plädierte vehement für eine Viererkandidatur und warnte vor einer Abrechnung, die dazu führen könnte, dass das bürgerliche Lager weiter auseinander dividiert werde. Was im Hintergrund der Debatte um Dürr wohl mit schwang: Dürr war 2002 als 25-jähriger für die LDP in den Grossen Rat gewählt worden, wechselte aber 2005 in die FDP, wobei er sein Mandat in der parlamentarischen Finanzkommission „mitnahm".

Andreas Albrecht, als Präsident der Bau- und Raumplanungskommission eine der wichtigsten Stimmen der LDP im Grossen Rat, machte sich wie Eymann für Dürr stark: „Ich habe Baschi Dürr als teamfähigen Politiker kennengelernt." Fraktionschefin Christine Wirz-von Planta gab Burckhardt in Bezug auf den Mangel an Transparenz recht, sie mahnte aber zugleich: „Wenn wir Baschi Dürr nicht unterstützen, dann haben wir einen kleinen Krieg mit der FDP." Die überwiegende Mehrheit wollte es nicht darauf ankommen lassen: Mit 63 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen erteilte die Versammlung dem bürgerlichen Viererticket den Segen.

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