Reklame-Bewilligung
LDP-Grossrat hat kein Verständnis für Amtsschimmel

André Auderset erhofft sich eine weniger irritierende Lösung bei Bewilligungen für Schaufensterbeschriftungen.

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André Auderset ärgert sich über "unverständlichen Amtsschimmel"

André Auderset ärgert sich über "unverständlichen Amtsschimmel"

Keystone

Da bleibt nur noch Kopfschütteln. Auch der Basler LDP-Grossrat André Auderset ärgert sich über diesen «irritierenden, unverständlichen und gewerbefeindlichen Amtsschimmel». Der Auslöser: Ein bekannter Grafiker und Illustrator habe über den Schaufenstern seines neuen Ateliers in der Kleinhüningeranlage eine schmale Beschriftung angebracht. Sein Pech: Ein Kontrolleur des Bau- und Gastgewerbeinspektorats hat das entdeckt und ist sogleich zur Tat geschritten. Er habe dem Grafiker erklärt, dass es sich bei der Beschriftung um Reklame handelt. Ergo sei sie bewilligungspflichtig. Der Künstler habe einen Antrag mit exaktem Entwurf bei seinem Amt und bei der Stadtbild-Kommission einzureichen.

Der Clou am Ganzen: Da ja auch Staatsangestellte Menschen sind, hatte der Kontrolleur dann aber auch noch einen guten Rat parat. Klebe der Grafiker die exakt gleiche Schrift auf die Innenseite der Scheiben, brauche es weder eine Bewilligung noch eine Beurteilung durch die Stadtbildkommission.

Das mahne an Seldwyla, findet Auderset und erhofft sich von der Regierung eine bürger- und gewerbefreundlichere Lösung. Zumindest im Wahlkampf sollte das ja möglich sein. (dba)