Conradin Cramer heisst der Regierungsratskandidat der Liberal-demokratischen Partei (LDP). Dies war schon vor der Parteiversammlung am Dienstagabend zu erwarten gewesen. Dennoch zeigten sich einige Parteimitglieder überrascht. Grund dafür war die Verzichtserklärung auf eine Nominierung durch Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein, die in den letzten Wochen ebenfalls als mögliche Kandidatin herumgereicht worden war. Von Falkenstein begründete ihren Entscheid damit, nicht auf Zeit mit ihrer Familie verzichten zu wollen. «Das fällt mir ziemlich leicht, auch wenn ich gerne meine Karriere mit diesem Amt gekrönt hätte», sagte sie vor der zahlreich erschienen Parteibasis.

Damit fällt es dem 37-jährigen Anwalt zu, den Sitz von Christoph Eymann für die Liberalen zu verteidigen. Conradin Cramer kann auf zehn Jahre im Grossen Rat zurückblicken, den er 2013/14 präsidierte. Zudem steht er seither der Bau- und Raumplanungskommission vor. Eymann tritt im Herbst nicht wieder zu den Wahlen an; er amtiert seit seiner Wahl als Nationalrat. Die Parteibasis begrüsste die Kandidatur Cramers mit grossem Applaus, obwohl sich mehrere Mitglieder kritisch äusserten und insbesondere von Falkensteins Verzicht bedauerten.

Zumindest kurz für Diskussionsstoff sorgte auch die offiziell verkündete Absicht der Parteileitung, an einem bürgerlichen Viererticket mit CVP, FDP und auch SVP teilzunehmen. Dafür wurde sogar eine Abstimmung nötig. Die Parteibasis unterstützte jedoch das Vorhaben ihrer Spitze klar, selbst wenn die SVP erst nächste Woche ihren Kandidaten vorstellt. Auch die CVP hält sich noch bedeckt, sie macht ihren Entscheid offenbar von der Wahl des SVP-Kandidaten abhängig. (bro)