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LDP-Vorstoss an die Regierung: So soll der Kanton die Basler Hauptpost retten

Die Zeit drängt: Der Basler Hauptpost droht das baldige Aus. Pedro Schön

Die Zeit drängt: Der Basler Hauptpost droht das baldige Aus. Pedro Schön

Basel-Stadt soll Verwaltungsabteilungen oder staatsnahe Betriebe im Gebäude platzieren, fordert die LDP. Die verbesserte Auslastung würde dabei helfen, die Hauptpost zu erhalten.

Kantonsangestellte könnten in der Schalterhalle der Basler Hauptpost Auskünfte zu Steuerfragen erteilen. Oder zum Bewilligungswesen. Oder zu Zivilstandsfragen. Auch ein SBB-Schalter könnte dort untergebracht werden oder eine BVB-Verkaufsstelle. Ebenso wäre eine Anlaufstelle von Basel Tourismus denkbar. Die Basler LDP sucht nach verschiedenen Möglichkeiten, um die Basler Hauptpost zu retten.

Im November hatte der Postkonzern angekündigt, die Filiale schliessen zu wollen. Die Kundenfrequenzen seien zu gering, die Mietkosten zu hoch. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, will der Gelbe Riese bis 2020 schweizweit gegen 600 Poststellen dichtmachen. Der Widerstand dagegen ist gross. Auch in Basel folgte ein Aufschrei, worauf die Post eine Galgenfrist bis 2020 gewährte. Danach hängt eine Weiterführung davon ab, ob die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessert werden kann. Genau hier will die Basler LDP ansetzen. Es brauche Ideen, die mehr Leute in das Gebäude bringen und so den Umsatz der Post erhöhen.

Per Vorstoss fordert die Partei die Regierung auf zu prüfen, ob und welche Institutionen des Kantons oder nahe stehende und publikumsintensive Einrichtungen des Service public in der Hauptpost platziert werden könnten. «Falls die Möglichkeit besteht, einfache Aufgaben vor Ort gleich zu erledigen, würde das die Attraktivität der Hauptpost steigern», zeigt sich Grossrat Raoul Furlano in seinem Vorstoss überzeugt.

Ziel ist und bleibt es, die Hauptpost als «wichtige Institution im Stadtzentrum» zu erhalten. Gleichzeitig aber will die bürgerliche Partei dem Kanton keine Zusatzkosten aufbürden. Es gehe nicht darum, neue Mitarbeiter einzustellen, betont die LDP. Vielmehr sollen bereits heute Angestellte Auskünfte direkt vor Ort statt per Telefon erteilen.

Offene Türen eingerannt

Das Anliegen renne grundsätzlich offene Türen ein, sagt der zuständige Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. Zwar habe die Regierung den Vorstoss noch nicht beraten, er selber finde das aber ein interessantes Szenario, das sicher prüfenswert sei. Das Wirtschaftsdepartement habe sich schon ähnliche Gedanken gemacht, sagt SP-Regierungsrat Brutschin. «Schliesslich haben auch wir weiter ein Interesse daran, dass die Hauptpost offenbleibt.» Die Zeit aber drängt. Sollte die Idee weiterverfolgt werden, müsse man das Thema sicher bis Ende Jahr an die Hand nehmen, «ansonsten müssen wir uns irgendwann in das Schicksal fügen».

So weit ist es aber noch lange nicht. Die LDP ist überzeugt, dass mit der Umsetzung ihrer Idee das Ziel der Post zu erreichen sei, mehr Kunden zu gewinnen. Denn der Besuch einer Informationsstelle in der Hauptpost dürfte auch zur Nutzung der Dienstleistungen der Post führen. Gleichzeitig würde für die Post der Mietpreis sinken, weil sich dieser auf verschiedene Mieter verteilen würde. «Der Kanton könnte damit seine Leistungen zugunsten der Öffentlichkeit weiter verbessern», betont die LDP-Fraktion. Denn damit sei das Ziel vermutlich zu erreichen: diese «wichtige Institution im Stadtzentrum» zu erhalten.

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