Das Ende des Basler Nachtlebens wurde heraufbeschworen, als die Industrielen Werke Basel (IWB) 2015 den Vertrag mit dem Techno-Club Nordstern auf Ende Jahr kündigten. Der Grund: Das Unterwerk Volta muss saniert und umgebaut werden und dafür werden die Räumlichkeiten im Kopfbau, in denen der Club untergebracht war, für die Bauvorbereitung und -begleitung benötigt. Überraschend folgte im Herbst 2015 eine zehnmonatige Verlängerung des 15-jährigen Mietverhältnisses, danach war aber endgültig Schluss für die Partybetreiber, die im Sommer 2016 auf dem Schiff im Hafen eine neue Bleibe fanden.

Seither sind eineinhalb Jahre vergangen und in den dringend benötigten Räumen geschah bisher: nichts. Das bestätigt auch IWB-Sprecher Erik Rummer. «Die Umbauarbeiten haben, anders als geplant, noch nicht begonnen. IWB ist derzeit an der Weiterführung der komplexen Planung für die anstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten.» Grund dafür sei, dass die Bausubstanz des Gebäudes aus den 30er-Jahren schlechter sei als erwartet und umfassende Massnahmen zur Erdbebenertüchtigung erforderlich seien. Rummer fügt zudem an, dass das Mietverhältnis mit dem Nordstern stets befristet gewesen sei.

Sebastian Kölliker vom Verein «Kulturstadt jetzt» ärgert sich über den Leerstand. «Wir müssen leider feststellen, dass ein weiteres Mal einer Nutzung aus dem Alternativ-, Jugend- und Clubkulturbereich unnötigerweise Platz und Räumlichkeiten entzogen und somit wertvolle städtische Kultur unter Druck gesetzt und in Existenznot gebracht wurde», sagt der 27-Jährige, der für die SP im Grossen Rat politisiert.

«Kulturstadt Jetzt» liege die Information vor, dass die Räumlichkeiten aktuell im gleichen, nun leeren Zustand seien und keine wirkliche Nutzung im Eigenbedarf der IWB festgestellt werden könne. Abklärungen zur derzeitigen Nutzung hätten ergeben, dass die IWB die Räumlichkeiten einzig für tageweise Bausitzungen und Workshops sowie die Kantonspolizei für temporäre Trainings von Spezialeinheiten, Spür- und Drogenhunden benutzten. Dass das Mietverhältnis unter diesen Vorzeichen nicht verlängert worden sei, sei in ihren Augen nicht akzeptabel.