Damit das geklärt ist: Ein Polydesigner 3D gestaltet Räume und vermittelt Stimmung. Er ist sozusagen Dekorateur, Grafiker, Innenarchitekt und Eventmanager in einem. Alex Nyffeler ist Polydesigner 3D - und seit Dienstagabend Lehrling des Jahres der Region Basel. Bereits ein Dutzend Mal musste er seither erklären, was er genau lehrt. «Nur Grafiker oder nur Dekorateur zu sein, wäre mir zu langweilig», meint er strahlend.

Für Manor, seine Arbeitgeberin, gestaltet er Promotionen. Diese kommen in allen Manor-Filialen der Schweiz zum Einsatz. Die Abteilung, der er angehört heisst «Visual Factory». «Ich gestalte eine Bühne», erklärt der leidenschaftliche Hip-Hop-Tänzer metaphorisch, «und manchmal tanze ich gleich selber darauf.» So zuletzt am Personalfest des Manor-Hauptsitzes, welches er mitorganisierte.

In Basel hat die Berufslehre einen schweren Stand. Bei jungen Leuten ist sie in der Regel zweite Wahl - nach dem Gymnasium. Nyffeler ist jedoch kein klassischer Lehrling. Er ist 26 Jahre alt und hat die Matur (Schwerpunkt Mathematik und Physik) gemacht. Aber anstatt etwas zu studieren, wollte er so schnell wie möglich Berufserfahrung sammeln. Und vor allem kreativ sein. «Ich kann ein Vorbild sein», sagt der Sohn eines Baslers und einer Philippinerin. Ungefähr so hat er es auch in seinem Motivationsschreiben für den «Lehrling des Jahres» formuliert. «Eine Lehre genügt absolut», ist er überzeugt, «man kommt damit genauso weit wie mit einem Studium.»

Dass Nyffeler sich für einen Lehrbetrieb und gegen die Universität entschieden hat, dürfte eine Rolle bei der Wahl zum Lehrling des Jahres gespielt haben. Andererseits: Dieser junge Mann ist so voller Tatendrang, Zuversicht und Selbstvertrauen - es muss ganz viele Gründe gegeben haben. Wenn der junge Preisträger durch den Manor-Hauptsitz an der Rebgasse schlendert, kommen von allen Seiten Gratulationen. «Man muss einen gewissen Charme haben», sagt auch Nyffeler, der vor kurzem sämtliche Manor-Lehrlinge am Hauptsitz zu einem Flashmob in der Basler Innenstadt «gezwungen» hat.

Im Sommer ist die Lehre zu Ende. Was danach kommt? Nyffeler weiss es noch nicht. «Ich möchte gerne bei Manor bleiben. Aber ich möchte auch sehen, was es sonst noch gibt.» Er kann sich vorstellen, mal für eine Werbeagentur zu arbeiten. «Auch da muss man eine Geschichte erzählen, vom Slogan über den Fotoshoot bis zum Werbespot.» Sein Traum? Irgendwann einmal eine Konzertbühne gestalten für eine bekannte Sängerin oder einen Sänger.

Und was macht Nyffeler mit dem Preisgeld von 2013 Franken, die er bekommen hat? «Ich überrasche meine Verwandten in Kanada mit einem Besuch!» Zeit hat er: Wegen zu vieler Überstunden hat ihn sein Geschäft über Weihnachten in die Ferien geschickt.