Die Universität Basel steht in der Kritik, weil sie sich von der Pharmaindustrie Vorgaben für die Besetzung eines gesponserten Lehrstuhls machen liess. Einsicht in die umstrittenen Verträge gewährt sie nur auf Anfrage im Rektorat. Nun fordern Basler Professoren Transparenz.

Staatsrechtsprofessor Markus Schefer äussert sich in der «Schweiz am Sonntag» grundsätzlich: «Die Universitäten sollten die Verträge mit privaten Geldgebern von sich aus öffentlich machen.» Das Argument der Geheimhaltungspflicht pariert er: «Gewisse Bereiche könnte man dabei schwärzen, falls sie Geschäftsgeheimnisse des Auftraggebers betreffen.»

Schefer stellt Bedingungen: Die Universitäten müssten sicherstellen, dass private Geldgeber «keinerlei Einfluss auf Inhalt und Personen von gesponserten Lehrstühlen haben». Er warnt: «Banken haben vorexerziert, wie man das öffentliche Vertrauen in kürzester Zeit verspielen kann.»

Soziologieprofessor Ueli Mäder unterstützt die Forderung nach Transparenz in der «Schweiz am Sonntag». Jegliche Auflagen von privaten Geldgebern stuft er als «heikel» ein. «Der Einsitz in eine Berufungskommission geht für mich zu weit», sagt er.