Die Pizza, die Roger Federer nach seinen Turniersiegen in Basel jeweils mit den Ballkindern isst, ist legendär. Wie sich die Spieler aber während der Woche verpflegen, bekommt der normale Zuschauer nicht mit. Im Gegenteil zu Musikstars bringen die Tennis-Grössen an kein Turnier ihren eigenen Koch mit, sondern lassen sich jeweils vor Ort von der Turnierküche verwöhnen und verpflegen. So auch in Basel.

«Die Spieler sind, was das Essen angeht, sehr unkompliziert und genügsam. Auch asiatische Spieler, bei denen man sich vorstellen könnte, dass sie sich etwas anderes Essen wünschen als wir Europäer, essen einfach, was es hier gibt», sagt Managing Director Patrick Ammann, der den Menüplan für die gesamte Turnierdauer jeweils zusammenstellt. «Natürlich dürfen aber in diesem Fall frische Sushi auf keinen Fall fehlen. So gibt es jeden Tag drei bis vier Menüs zur Auswahl, plus das Menü of the day, welches etwas Spezielleres darstellt.» Letzteres sei vor allem bei der Entourage der Spieler beliebt, die gerne mal etwas anderes essen als die Sportler.

Unvorstellbar simpel

Die Sportler haben gewisse Vorlieben: «Die Tennisspieler bevorzugen vor allem Kohlehydrate, Fleisch, Fisch und auch vegetarisch, alles nur leicht angebraten.» Wenn ihnen die vier zur Verfügung stehenden Menüs nicht passen, können sie à la Minute ihren Sonderwunsch bestellen. «À la minute Menüs sind Speisen wie Entrecote, ein Pouletbrüstli, oder auch Crevetten. Zusammen mit den schon geplanten Tagesmenüs haben sie so eine Auswahl von täglich bis zu zehn verschiedenen Variationen.»

Hinzu kommen allerlei Salate und Früchte, die immer bereit stehen für zwischendurch. «Es sind in erster Linie Speisen auf der gesunden Seite.» Nicht so der exotischste Wunsch, den die Turnierköche je erfüllen mussten: Roger Federer bestellte für sich und seine Freunde einst ein Fondue. Ansonsten ist Einfachheit Trumpf: «Es sind alles sehr simple Speisen. Manchmal ist es so einfach, dass Aussenstehende sich das gar nicht vorstellen können.» So sei es auch noch nie vorgekommen, dass ein Spieler nichts gefunden hat, das ihm schmeckt.

Asiatisch ist tabu

Dass dies alles so reibungslos funktioniert, liege daran, dass gewisse Gerichte von Anfang an ausgeschlossen werden. «Absolute No-Gos sind komplizierte Fisch-Sachen, alles was scharf ist, exotische Sachen, asiatisches Essen, Zwiebeln und Knoblauch, das ist absolut tabu.» Die Spieler teilen jeweils mit, was sie wollen und was lieber nicht. Dies trage dazu bei, dass es nie Probleme gibt. Das bekannteste Beispiel ist Novak Djokovic, der 2011 in Basel spielte und eine Gluten-Unverträglichkeit hat. «Auf solche Unverträglichkeiten und auf Spieler, die vegetarisch essen wollen, wird natürlich Rücksicht genommen.»

Zuständig dafür, dass alle Spieler, ihre Entourage und alle Mitarbeiter verpflegt werden, sind drei Köche. Zwei davon sind in der Hauptküche und ein Dritter produziert aus der zweiten Küche heraus. «Die Hauptperson ist keine gelernte Köchin, sondern eine Frau, die seit sieben Jahren aus Passion und Freude an den Swiss Indoors für die Tennis Cracks mit Leidenschaft kocht», erklärt Ammann. Zubereitet wird das meiste direkt vor Ort in der Halle. Bis auf etwas: Federers Sieg-Pizzen. Die werden jeweils geliefert.