Parkregeln
Leinenpflicht in der Langen Erlen: Hündeler ärgern sich über «blödsinnige» Forderung

Der Grüne Michael Wüthrich will eine Leinenpflicht in der Langen Erlen einführen. Der Park ist beliebt bei Hundebesitzern. Diese ärgern sich über die Forderung und sehen keinen Grund, weshalb ihre Hunde im Park an die Leine müssten.

Merken
Drucken
Teilen
Hunde sollen in der Langen Erlen von April bis Juni an die Leine.

Hunde sollen in der Langen Erlen von April bis Juni an die Leine.

Susanne Hörth

«Es ist eigentlich politischer Selbstmord, gegen Hundebesitzer vorzugehen», sagt der Grüne Michael Wüthrich grinsend. «Da ich aber in der letzten Legislatur bin, muss ich auch nicht mehr gewählt werden.» Er und seine Mitstreiter fordern während der Brut- und Setzzeit von April bis Juni eine Hundeleinenpflicht in der Langen Erlen. Das berichtete die «Schweiz am Wochenende».

Weil in den umliegenden Kantonen Leinenpflicht herrsche, würden viele Hundebesitzer in die Langen Erlen ausweichen. Damit werde der Nutzungsdruck in einem sensiblen Gebiet weiter erhöht. Dort wird nicht nur Basler Trinkwasser produziert, es geht auch um den Schutz von Wildtieren wie Feldhasen oder Rehen.

Die Forderung Wüthrichs verärgert die Hundebesitzer in der Region. Gerade die fehlende Leinenpflicht mache die Langen Erlen so attraktiv für die Hündeler. «Hier können die Hunde frei herumtoben und andere Hunde antreffen», sagt eine Hundebesitzerin dem «Regionaljournal» von SRF, das sich in der Langen Erlen umgehört hat. Falle diese Freiheit weg, litten die Hunde.

Die Hundebesitzer verstehen die geforderte Einschränkung nicht. «Blödsinnig» und «übertrieben» sei eine Leinenpflicht im Park. «Hier hat es doch gar keine Wildtiere», ist eine Spaziergängerin überzeugt.

Dem widerspricht Holger Stockhaus vom Amt für Wald beider Basel. Es habe durchaus Wild in der Langen Erlen und die vielen Hunde seien wohl der Grund dafür, dass man sie nicht zu Gesicht bekäme. «Die Rehe bemerken die Hunde viel früher, als die Hundeführer die Rehe.» Es ergebe deshalb durchaus Sinn über eine Leinenpflicht zu diskutieren.

Die Forderung renne aber offene Türen ein, versichert das Amt der «Schweiz am Wochenende». Basel-Stadt ist daran, ein Jagdgesetz auszuarbeiten, in dem die Leinenpflicht kantonsweit geregelt ist. Das hatte auch die Landgemeinde Riehen gefordert. Ende 2019 oder Anfang 2020 soll dem Grossen Rat das Gesetz vorgelegt werden.

Das dauert Wüthrich jedoch viel zu lange: «Das Gesetz müsste längst vorliegen.» Alles warte nur auf den Kanton. «Jetzt wollen wir Druck machen, damit es endlich vorwärtsgeht», sagt der Grünen-Grossrat. (dba/zam)