Schneegestöber
Leise rieselt der Schnee – und die ganze Region Basel versinkt im Chaos.

Die starken Schneefälle der letzten 48 Stunden führten in der ganzen Nordwestschweiz zu Verkehrsbehinderungen, Wartezeiten und Unfällen.

Eva Oberli
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Gepuderter Bahnhof SBB: Einige Verbindungen fielen aus.

Gepuderter Bahnhof SBB: Einige Verbindungen fielen aus.

Benjamin Wieland

In Münchenstein kollidierten am Donnerstagnachmittag zwei Personenwagen, als ein 62-jähriger Lenker auf die Gegenfahrbahn geriet. Die Lenkerin des entgegenkommenden Fahrzeugs erlitt leichte Verletzungen und wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. Ebenfalls leicht verletzt wurden drei Personen bei einem Zusammenstoss zweier Autos auf einer schneebedeckten Strasse in Hersberg. Bei den rund 20 weiteren Unfällen im Kanton Baselland hatten die Beteiligten grossmehrheitlich nur Blechschäden zu beklagen, wie die Baselbieter Polizei mitteilt.

Achtung: Baum fällt! Wälder sind zu meiden

Auch die öffentlichen Verkehrsbetriebe haben mit dem Schnee zu kämpfen. Am Freitagmorgen twitterte die BVB-Leitstelle unter dem Hashtag #Störung: «Ganzes Netz: Verspätungen und situative Umleitungen.» Es gab Blockierungen auf den Linien 10, 15, 16, 33, und 34. Die Railinfo der SBB meldete für die Region am frühen Freitagmorgen Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Basel SBB und Delémont.

«Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen» – nichts dergleichen! Die Behörden weisen die Bevölkerung eindringlich an, sich in den kommenden Tagen aus Sicherheitsgründen nicht in Wäldern oder in der Nähe von Bäumen aufzuhalten. So schreibt das Amt für Wald beider Basel (AfW) gestern in einer Medienmitteilung: «Das Amt für Wald beider Basel warnt zusammen mit den lokalen Forstdiensten ausdrücklich vor den bestehenden Gefahren. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, auf Waldspaziergänge zu verzichten und auch den Waldrandbereich zu meiden, bis sich die Situation entschärft hat.» Der nasse, schwere Schnee führe zu spontanen Ast- und Kronenabbrüchen sowie umstürzenden Bäumen, heisst es weiter. Dadurch seien sowohl Verkehrsteilnehmende als auch Waldbesuchende auf Waldstrassen und Waldwegen gefährdet.

Seit Donnerstagnachmittag seien rund 30 Meldungen bezüglich umgestürzter Bäume und abgebrochener Äste eingegangen, teilt die Baselbieter Polizei mit. Auch die Feuerwehren haben mehrfach ausrücken müssen. Muttenz liess die Strasse auf den Sulzchopf am Freitagmittag wegen umgestürzter Bäume und der gegenwärtigen Wetterlage voraussichtlich bis kommenden Montag sperren, heisst es vonseiten der Gemeinde. Auch im Oberbaselbiet an den Kantonsgrenzen zu Aargau und Solothurn wurden gestern Freitag mehrere Verbindungsstrassen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die Polizei meldete blockierte Strassen zwischen Rothenfluh und Anwil, Oltingen und Rohr (SO), sowie zwischen Rothenfluh und Wittnau (AG).

Gewicht des feuchten Schnees bringt Äste zum Knicken

Dass derart viele Bäume unter der Last des Winterkleids nachgeben, habe mehrere Gründe, erklärt Ueli Meier, Vorsteher des Amts für Wald, auf Anfrage. Durch die trockenen Sommer 2018 und 2019 seien viele Bäume bereits geschwächt gewesen, hinzu komme nun das Gewicht des feuchten Schnees.

Eine Beruhigung ist wohl in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Denn die tiefen Temperaturen, weitere Schneefälle, Regen und einsetzendes Tauwetter würden die Situation allesamt verschärfen, schreibt das Amt für Wald.