Die Regierungen beider Basel haben am Dienstag die neuen Spitallisten für die beiden Kantone genehmigt, die ab 1. Januar 2018 gelten. Diese halten die Leistungsaufträge an die Spitäler in den Bereichen Akutmedizin, Rehabilitation und Psychiatrie fest. Beide Regierungen streichen aufs neue Jahr hin Leistungsgruppen an die Spitäler, 11 sind es in Basel, 16 in Baselland. Ziel ist eine Konzentration der Leistungen und damit eine Qualitätserhöhung.

«Wir wollen keine Gelegenheitschirurgie», sagt Matthias Nigg, Leiter Abteilung Spitäler im Baselbieter Amt für Gesundheit. Wurde in einem Spital eine Diagnose nur wenige Male behandelt oder geforderte Mindestfallzahlen nicht erreicht, so wird der entsprechende Auftrag entzogen oder überprüft. «Jede Klinik soll ein gewisses Profil haben und in diesem Rahmen über Kompetenz und Routine verfügen», sagt Nigg. Die Diskussionen mit den Spitälern seien im Konsens abgelaufen.

Anders in Basel: Bethesdaspital und Merian-Iselin-Klinik hätten mit Zähneknirschen darauf reagiert, dass man ihnen die Viszeralchirurgie entzogen habe, sagt Thomas von Allmen, Leiter Spitalversorgung im Gesundheitsdepartement. Man rechne jedoch nicht mit Beschwerden.

Es wird – vorerst – nicht billiger

Geld wird mit den neuen Spitallisten nicht gespart. Das sei hier nicht das Ziel gewesen, sagt Nigg. Allerdings: Die künftige gemeinsame Spitalliste beider Basel soll sehr wohl zur Kostendämpfung beitragen. Konflikte mit den Spitälern und zwischen beiden Kantonen werden dann kaum zu vermeiden sein. Nigg verweist zudem auf das Projekt Bedarfsplanung, das gemeinsam mit der Stadt vorangetrieben wird. «Wenn wir den Bedarf für die Bevölkerung kennen, dann sind einschneidendere Massnahmen möglich», sagt er. Auf die heutige Situation bezogen heisst das: Weil die Kantone nicht über die nötigen Daten verfügen, sind Entscheide gegen den Willen der Spitäler schwierig durchzusetzen.

Die nun verabschiedete Spitalliste gilt im Baselbiet unbefristet, in Basel-Stadt für drei Jahre, mit der Option einer vorgängigen Auflösung. Eigentlich wollen die beiden Basel per 2020 eine gemeinsame Gesundheitsversorgung samt einheitlicher Spitalliste einführen.