Die Blackbox «Malzsilo» erblickt das Licht der Welt: Der Kulturraum Warteck dehnt sich räumlich und kulturell aus. Der Umbau des zuvor fensterlosen Silos zu einem mehrstöckigen Gebäude schafft Platz – und erlaubt die Umsetzung neuer Ideen.

«Im März ziehen die Mieter in die neun geschaffenen Räume ein und werden das Areal neu beleben», sagt die Stiftungsratspräsidentin der Stiftung Kulturraum Warteck, Pascale Meyer, an der gestrigen Medienkonferenz. Im Mai werde zudem das Kulturcafé im fünften Stock des Malzsilos eröffnet.

Vier Obergeschosse, das Erdgeschoss, drei Untergeschosse und somit 732 Quadratmeter kann der Verein Werkraum Warteck zusätzlich mit Kultur füllen. Im Keller werden Proberäume und ein Musikstudio eingerichtet, im Parterre wird der Quartiertreffpunkt Burg sein Büro beziehen. Drei Stockwerke werden in Ateliergemeinschaften umfunktioniert: Fotografie, Kunst, Innenarchitektur, Textildesign, und digitale Kunst halten in diesen Etagen Einzug. Im dritten Stock versucht sich eine Gruppe junger Leute mit dem Einrichten eines Hostels.

Ein Warteck für alle

Ausstrahlcharakter zu erlangen, das war dem Verein Werkraum Warteck bei der Vergabe der Räumlichkeiten wichtig. «Wir wollen, dass die Leute ins Wettsteinquartier kommen», sagt Fritz Rösli, Präsident des Vereins. Zwei neu erschlossene Terrassen, von welchen momentan noch die Bauarbeiter den Blick auf den Rhein geniessen, sollen in Zukunft von der Öffentlichkeit genutzt werden. Eine Durchmischung innerhalb des Warteck-Areals sei schon immer angestrebt worden, erklärt Peter Bläuer, Direktor der Kunstmesse Liste und Mitglied der Baukommission. Das Konzept habe sich in den letzten zwanzig Jahren bewährt und werde in Basel geschätzt.

«Das Warteck ist wie ein kleines Dorf, das Platz bietet für Handwerker, Firmen und Künstler. Es war nie die Idee, ausschliesslich ein Haus voller Künstlerateliers zu errichten», sagt Bläuer. Dieser Leitgedanke sei mit dem Umbau weiterverfolgt geworden und führe zu einer erneuten Öffnung des Areals.

Umbau gleicht Neubau

Das Malzsilo aber erst für die Öffentlichkeit und die neuen Mieter zugänglich zu machen, erwies sich als Herausforderung. Dieser stellte sich das Basler Baubüro in situ. «Ein Raum mit zwölf vertikal ausgerichteten Malzsilokammern, ohne Fenster und ohne Stockwerke neu horizontal zu organisieren, musste gut durchdacht werden», weiss Architekt Eric Honegger. Ein Jahr nach Baubeginn seien die Arbeiten fast abgeschlossen, knapp zwei Monate später als vorgesehen.

4,3 Millionen Franken habe das Unterfangen gekostet, was nicht unbedingt den Kosten eines Umbaus, sondern vielmehr denjenigen eines Neubaus entspräche. «Der Verein bemühte sich um möglichst viele Spendengelder, damit die Mieten moderat bleiben», sagt Bläuer.

Überglücklich sei er, dass sich
1,1 Millionen Franken finden liessen und somit die Mieten um einen Viertel tiefer ausfielen. Einige Mieter sind frisch ausgebildet und ziehen als Gemeinschaft ins Atelier. Doch auch betreffend Alter versichert Bläuer eine Durchmischung: «Wir brauchen neben den Jungen auch Leute, die bereits Erfahrung mitbringen, wie etwa die Gruppe, welche das Kulturkaffee betreiben wird.» Doch bis der erste Kaffee im ehemaligen Silo der Warteck-Brauerei über den Tresen geht und man sich auf der Terrasse zuprosten kann, steht noch ein Endspurt aus.