Im Shop-Ville des Zürcher Hauptbahnhofs ist die Sachlage seit einem Jahr geregelt: Wer kein Tageslicht an seinem Arbeitsplatz hat, der erhält eine zusätzliche Pause von 20 Minuten pro Halbtag. In dieser Zeit sollen die Angestellten an die frische Luft gehen können. So entschied im Herbst 2013 das Zürcher Verwaltungsgericht und sprach damit ein Urteil, das schweizweit Aufsehen erregte.

Mit diesem Entscheid argumentiert nun auch die Unia Nordwestschweiz. Sie strebt dieselbe Regelung für die Angestellten im St. Jakob-Park an. «Aufgrund der baulichen Massnahmen ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass dort der Gesundheitsschutz nicht eingehalten wird», sagt Eva Südbeck-Baur von der Unia.

Die Gewerkschaft führte Gespräche mit den Angestellten. Dabei nannten diese die bekannten Auswirkungen von zu wenig Tageslicht: Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen und Nervosität. Eine Frau erhielt von ihrem Hausarzt bestätigt, dass ihr Haarausfall vom Lichtmangel herrühre, sagt Südbeck-Baur.

Um diesen Umstand zu ändern, haben über 50 Verkäuferinnen und Verkäufer eine Petition unterzeichnet. Darin rufen sie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) auf, unverzüglich Kontrollen zur Einhaltung des Gesundheitsschutzes durchzuführen. Dort kennt man die Problematik. «Wir sind bereits im Gespräch mit einzelnen Firmen und der Verwaltung des St. Jakob-Parks», sagt Antonina Stoll vom AWA.

Wie lange es dauert, bis eine Entscheidung für den St. Jakob-Park vorliegt, kann Antonina Stoll nicht abschätzen. «Sind die Arbeitgebenden bereit zu kompensatorischen Massnahmen, kann es sehr schnell gehen. Kommt es zu Rekursverfahren wie in Zürich, dauert die Umsetzung länger.»