Urban Farming
Lieber Rasen als Radieschen: Regierung will Parkanlagen nicht dem Gemüseanbau opfern

Die Basler Regierung scheint keinen allzu grünen Daumen zu haben. Sie will gemeinschaftliches Gärtnern im öffentlichen Stadtgebiet, sogenanntes «Urban Farming» nicht zusätzlich staatlich fördern.

Daniel Ballmer
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Die Basler Regierung ist skeptisch gegenüber «Urban Farming». (Symbolbild)

Die Basler Regierung ist skeptisch gegenüber «Urban Farming». (Symbolbild)

Sophie Rüesch

Gleich drei parlamentarische Vorstösse mit dieser Stossrichtung empfiehlt die Basler Regierung zur Ablehnung. So möchte die ehemalige Basta-Grossrätin und heutige Nationalrätin Sibel Arslan Grünflächen in öffentlichen Parkanlagen für gemeinschaftliches Gärtnern öffnen lassen. Die ehemalige Grossrätin Mirjam Ballmer (Grünes Bündnis) regte an, die Gratis-Kompostberatung zur generellen Gratis-Gartenberatung auszubauen. Und schliesslich fragte ihre ehemalige Fraktionskollegin Nora Bertschi an, ob in den heutigen Zierpflanzenbeeten auch Nutzpflanzen angebaut werden können.

Die Basler Regierung will von dieser grünen Invasion aber nichts wissen. Sie hat lieber Rasen als Radieschen und möchte «an der Ausrichtung der beliebten Parkanlagen mit einer möglichst uneingeschränkten Flächennutzung festhalten». Eine gemeinsame Bewirtschaftung aber sei ja jederzeit in den Basler Freizeitgärten möglich. Die Regierung will aber zumindest prüfen, ob die heutige Kompostberatung allenfalls kostenneutral zu einer umfassenden Gartenberatung ausgebaut werden kann.

Wenig begeistert zeigt sich die Regierung dagegen von einer Anbauschlacht in städtischen Zierbeeten. Dennoch kündigt sie an, dass die Stadtgärtnerei die zusätzliche Verwendung von Gemüse- und Kräuterpflanzungen «zur Bereicherung der Wechselflor- und Staudenrabatten» in ihre Überlegungen mit einziehen werde. Der Grosse Rat könne diesen Vorstoss daher ebenfalls getrost als erledigt abschreiben.