Es sei eine Bankrotterklärung an die Kultur: «Absolut beschämend.» Kaum einer findet für die neu verhandelte Kulturvertragspauschale (KVP) so klare Worte, wie der Basler Kulturschaffende Christoph Meury. Die Stadt habe sich vom Land erpressen lassen. Wohlwollender wird die Zusage der Stadt, für die sparenden Baselbieter in die Bresche zu springen, bei den Institutionen aufgenommen, die dadurch vor dem Aus bewahrt werden.

Uwe Heinrich, Leiter des Jungen Theater Basels, ist von den Zugeständnissen überrascht: «Bisher wurde uns gesagt, dass die Stadt nicht für Baselbieter Ausfälle aufkommen würde». Das Junge Theater hat bis dato all seine Subventionen von Baselland bezogen. Die Unterstützung der Stadt war verbal, aber nicht finanziell gegeben: «Ob aus den Worten auch Taten in Form von Scheinen folgen, wird sich zeigen».

Zu sehr freuen will sich auch Franziskus Theurillat vom Basler Sinfonieorchester noch nicht: «Zunächst sind die Debatten im Grossen Rat abzuwarten. Besonders von rechts könnten die Kompensationsbemühungen noch auf Widerstand stossen». Es sei darum wichtig, meint Heinrich, dass die jetzt notwendigen Verhandlungen von den vielen von den Subventionen abhängigen Institutionen mit vereinten Kräften geführt würden.

Einseitigkeit des Deals kritisiert

Die Planungssicherheit, auf die man nun lange warten musste, ist noch immer nur bis 2020 gegeben. Das Komitee «für eine nachhaltige Kulturpartnerschaft», das sich aus all den betroffenen Institutionen zusammensetzt, ist optimistisch: «Wir sind überzeugt, dass sich das Parlament der Bedeutung der einzigartigen Kulturlandschaft für die Region Basel bewusst ist.»

Bereits mit seinen bisherigen Beiträgen habe sich die Stadt zur Kultur bekannt: «Während Basel-Stadt jetzt ein sehr positives Zeichen setzt, hat Baselland mit diesen Kürzungen klar gezeigt, dass es der Basler Kultur den Rücken kehrt», meint Theurillat. Das wird auch seitens des Verbands Kultur Baselland kritisiert: «Wir finden es wichtig, dass das eine Lösung auf Zeit ist und der Beschluss möglichst zeitnah wieder neu und partnerschaftlich definiert wird.»