Nach dem Sanierungsstopp in einer Giftgrube im französischen Grenzort Hüningen haben das baselstädtische Amt für Umwelt und Energie (AUE) und das Lufthygieneamt beider Basel am Donnerstag Ergebnisse von Lindan-Messungen vorgelegt. Laut den Behörden war die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Das baselstädtische Amt für Umwelt und Energie (AUE) hatte schon im September Lindan-Staub in Basel gefunden. Die Messwerte im Boden lagen laut dem Amt aber deutlich unter einem vom Bund festgelegten Prüfwert. An drei der Fundstellen fanden sich inzwischen erhöhte Belastungen auch in 25 bis 33 Zentimeter Tiefe, sodass es sich um Altlasten und nicht um Immissionen der letzten Wochen handle, hiess es in einer Mitteilung.

An drei Orten wurden zudem Staubimmissionen in der Luft gemessen. Nach dem Sanierungsstopp seien diese deutlich tiefer gewesen als vorher. Ein beigezogener Experte habe indes die Messwerte "auch unter sehr konservativen Annahmen als unproblematisch" beurteilt; das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung könne als sehr gering bezeichnet werden.

An acht Stellen massen die Behörden auch den Staubniederschlag in der Luft. Diese könnten zur Überwachung der Sanierung verwendet werden und bewiesen, dass es tatsächlich erhöhte Staubemissionen gegeben habe und der vorläufige Sanierungsstopp gerechtfertigt gewesen sei. Eine toxikologische Beurteilung sei gemäss Experte aber nicht möglich.

Keine Gefährdung

Aufgrund der umfangreichen Untersuchungen und Abklärungen folgert das AUE, dass die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Deshalb seien auch keine unmittelbaren Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung nötig gewesen.

Vorsorglich habe das AUE aber der Stadtgärtnerei empfohlen, in Sandkästen im Kleinbasel und im im St. Johann-Quartier den Sand auszutauschen. Ausserdem empfehle sich, Obst, Gemüse oder Kräuter vor dem Verzehr sorgfältig mit warmem Wasser zu waschen.

Die Behörden waren aktiv geworden nach Verdachtsäusserungen in den Medien von Anfang September, dass von der Altlast-Sanierung auf dem Gelände der früheren ARA STEIH in Hüningen (F) Staub nach Basel verweht werde. Auf dem heute dem Pharmakonzern Novartis gehörenden Areal hatte bis 1976 die Chemiefirma Ugine Kuhlmann das Insektizid Lindan hergestellt.

Sanierung gestoppt

Novartis hat die Sanierungsarbeiten am 24. September sistiert und will vor der Weiterführung in Absprache mit den Behörden Verbesserungsmassnahmen treffen. Lindan ist heute durch die Stockholmer Konvention weltweit verboten. Die Basler Behörden ermittelten bei ihren Messungen den mit Lindan verbundenen Stoff Hexachlorcyclohexan (HCH). Beigezogen wurden drei Experten.