Seit 2012 saniert Novartis das mit dem Insektizid Lindan belastete Gelände der ehemaligen Industriekläranlage Steih. Es war 1973 von Sandoz gekauft worden, gehört heute Novartis und befindet sich neben dem Novartis Campus hinter der Schweizer Grenze. Anfangs rechnete man mit Kosten von 100 Millionen Euro. Auf der Internetseite, die über die Sanierung informiert, heisst es, der Betrag werde sich nach «aktuellen Schätzungen etwa verdoppeln».

Jean-Marc Deichtmann, Maire von Huningue, wo sich das Gelände befindet, sprach am Dienstagabend auf dem Neujahrsempfang seiner Stadt sogar von Kosten in Höhe von 327 Millionen Franken. Er berief sich ausdrücklich auf Schätzungen von Novartis.

Novartis-Mediensprecher Daniel Zehner sagt dazu nur: «Die Kostenangabe von Herrn Deichtmann kommentieren wir nicht.» Man gebe weder über die aktuellen Kosten noch über deren Entwicklung Auskunft. «Es ist jedoch korrekt, dass sich die Kosten aufgrund der höheren Menge an kontaminiertem Aushubmaterial und Verzögerungen des Abtransportes erhöht haben.» Für den Aushub musste um 37 Prozent tiefer gegraben werden als geplant.

Im 4. Quartal 2018 konnte aufgrund des niedrigen Rheinpegels gar kein Erdreich auf dem Rhein nach Holland zur Entsorgung transportiert werden. Derzeit lasse der Wasserstand weiterhin keine maximale Beladung zu.

Für Novartis ist die Teuerung deshalb bitter, weil sie die Lindan-Sanierung freiwillig übernommen hat. Das Lindan stammt von einer Konkurs gegangenen Firma. Die Arbeiten, die in grossen, weissen Zelten am Rhein vonstattengehen, sollen im 2. Quartal 2021 abgeschlossen sein. Derzeit ist die Rheinuferpromenade, die vom St. Johann bis zur Dreiländerbrücke in Huningue führt, deshalb nur am Wochenende für Spaziergänger und Velofahrer geöffnet.

Promenade öfter öffnen

Daran könnte sich auf Frühjahr 2019 etwas ändern. Laut Deichtmann gibt es Überlegungen, den Weg nur dann zu schliessen, wenn Schiffe beladen werden, was nur an einem von zehn Tagen der Fall sei. Novartis relativiert die Aussage: «Im Idealfall erfolgt die Beladung an mehr Tagen als erwähnt.» Jedoch bestehe auch seitens Novartis ein reges Interesse, den Fahrradweg häufiger und idealerweise auch an Werktagen regelmässig zu öffnen. «Entsprechende Abklärungen sind im Gange.»