Kleinhüningen

Linke Aktivisten stürmen Weihnachtsgottesdienst von umstrittener Pfarrerin Dietrich – Kirche will Anzeige erstatten

Die Aktivisten stellten sich mit einem Transparent vor Pfarrerin Dietrich.

Die Aktivisten stellten sich mit einem Transparent vor Pfarrerin Dietrich.

An Heiligabend störten mutmasslich linke Aktivisten den Gottesdienst in der Kirche Kleinhüningen. Hintergrund ist die Vergangenheit der Pfarrerin Christine Dietrich. Wie die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt nun mitteilt, prüfe man eine Strafanzeige.

Sie nennen sich das «Kollektiv Frieden statt Hetze»: An Heiligabend missbrauchte eine Handvoll Aktivisten den Gottesdienst in der reformierten Kirche Kleinhüningen für ihre Zwecke.

Sie entrollten ein Transparent und traten vor die Gemeinde mit einer Ansprache. In dieser thematisierten sie die Vergangenheit von Pfarrerin Christine Dietrich.

Dietrich hatte jahrelang am rechtsextremen Blog "Politically Incorrect" mitgewirkt und dabei auch eine führende Rolle eingenommen. Sie trat zudem an verschiedenen Demonstrationen in Deutschland mit rechtsextremen Teilnehmern auf. Wiederholt distanzierte sie sich nur zögerlich von ihrem früheren Tun, zuletzt in einem Interview mit der bz. Ihre Wahl zur Kirchenrätin - dem obersten Gremium der Basler Reformierten - hat die Synode gespalten. 

Die Aktion an Heiligabend ist auf Video festgehalten. Darauf ist zu sehen, wie Gemeindemitglieder die Störaktion unterbinden wollen und die Aktivisten schliesslich aus der Kirche werfen. 

Kirche stellt sich hinter Dietrich

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt reagiert mit einer Medienmitteilung. «Mit der Parole 'Frieden statt Hetze' haben die Aktivisten einen friedlichen Gottesdienst gestört und gegen die Pfarrerin gehetzt», heisst es da. In der Ansprache sei Pfarrerin Christine Dietrich aufs übelste beschimpft worden. «Das geht definitiv zu weit», lässt sich Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert zitieren. «Die Kirche prüft deshalb eine Strafanzeige.» 

Weiter heisst es: «Mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember beginnt die Weihnacht. Es ist ein Abend im Zeichen der Stille, der Versöhnung und des Friedens. Sollte es zumindest sein.» Auch Dietrich selbst nimmt Stellung: «Die Reaktion der Gottesdienstbesucher auf die Aktion war eine Mischung von Entsetzen und Angst.» Der Sigrist und aufgebrachte Gemeindemitglieder hätten die Störenfriede
hinaus geleitet. Nach einer kurzen Stellungnahme setzte Dietrich den Gottesdienst fort: «Das Thema ‹fürchtet euch nicht!› war in dem Zusammenhang umso passender.»

Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt will deshalb Anzeige erstatten. «Wir prüfen Strafanzeige respektive Strafanträge wegen Hausfriedensbruch und Nötigung. Die Aktivisten haben die Gottesdienstbesucher, darunter viele Kinder, in Angst und Schrecken versetzt und das ausgerechnet während des Christnacht-Gottesdiensts», erklärt Kirchenratspräsident Pfr. Dr. Lukas Kundert. «Es ist ein Hohn, dass die Aktivisten Frieden fordern und gegen Hetze eintreten, selbst aber einen friedlichen Christnacht-Gottesdienst sprengen und gegen die Pfarrerin hetzen.» (bro/kob)

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