Basler Politik

Linksrutsch bei den Basler Bürgerlichen: die Auswertung der Positionen

Verkehr, Gleichstellung, Integration: Die Basis der bürgerlichen Parteien tickt deutlich linker als noch vor vier Jahren. Das zeigt eine Auswertung ihrer politischen Positionen.

Die bürgerlichen Parteien im Kanton Basel-Stadt rutschen nach links. Im Gegensatz zum Parlament, wo praktisch in jeder Frage linker und bürgerlicher Block aufeinanderprallen, hat sich die Basis von CVP, FDP und LDP in den vergangenen vier Jahren deutlich nach links verschoben. Dies zeigt eine exklusive Auswertung der Onlinewahlplattform Smartvote für die bz. Smartvote hat bei sechs politischen Grundsatzfragen (von Sozial- über Integrations- bis Verkehrspolitik) die Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten von 2020 mit denjenigen von vor vier Jahren verglichen.

Dabei zeigt sich: Während der linke Block aus SP und Grünem Bündnis stabil geblieben ist, sind die politischen Ansichten der Kandidatinnen und Kandidaten der bürgerlichen Parteien dieses Jahr deutlich linker als vor vier Jahren. Die Ausnahme ist die SVP, die in Basel politisch oft alleine auf weiter Flur steht.

Bürgerliche Listen sind urbaner, jünger, weiblicher

Eine mögliche Erklärung für den Trend: Die Linke hat in der vergangenen Legislatur an der Urne praktisch alles gewonnen, auch überraschende Abstimmungen (Wohninitiativen, Topverdienersteuer), während die Bürgerlichen reihenweise Niederlagen einstecken mussten. Diskussionen über die politische Ausrichtung sind eine logische Folge. «Wir haben uns intensiv mit unseren politischen Inhalten auseinandergesetzt und uns weiterentwickelt», sagt FDP-Präsident Luca Urgese. «Ein Ergebnis: Wir müssen uns urbaner positionieren – liberale Lösungen für städtische Fragen.» Dies werde nun offenbar von Smartvote als «linker» eingeordnet.

CVP-Präsident Balz Herter erklärt sich den Linksruck mit der Zusammensetzung der Wahllisten: «Bei uns kandidieren dieses Jahr viele Junge.» Auch LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein sagt: «Wir haben viele jüngere Kandidaten und mehr Frauen als vor vier Jahren – bei uns haben viele politische Meinungen Platz.» Der CVP-Präsident hofft, dass ein Generationenwechsel im Parlament neue Möglichkeiten bringt: «Wir müssen versuchen, mehr Kompromisse zu finden. Wenn wie aktuell jeder einfach auf seinem Standpunkt verharrt, bringt das dem Kanton wenig.»

(Mitarbeit: Silvana Schreier, Benjamin Rosch, Leif Simonsen)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1