Riehen

Lkw fährt Hund im Fahrverbot tot – trotzdem rückt die Polizei nicht aus

Der Lastwagen fuhr trotz Fahrverbot auf dem Spazierweg In der Au in Riehen.

Der Lastwagen fuhr trotz Fahrverbot auf dem Spazierweg In der Au in Riehen.

Eine Frau wird in Riehen auf einem Spazierweg von einem Lastwagen angefahren, ihr Hund stirbt beim Unfall. Der Lastwagenfahrer beging Fahrerflucht. Die alarmierte Polizei rückte nicht aus. Jetzt räumt sie Fehler ein.

Es ist eine abenteuerliche Geschichte, die die Riehnerin Ganimetja Jasari dem «Blick» schildert. Auf dem Spazierweg In der Au in Riehen wurde ihre Mutter Anifja von einem Lastwagen angefahren. Auf dem Weg herrscht Fahrverbot.

Anifja Jasari ging am Donnerstag vor einer Woche mit den drei Hunden der Familie spazieren, als der Unfall geschah. Der Lastwagen brauste laut Schilderungen heran. Anifja Jasari konnte gerade noch ausweichen, trotzdem wurde sie vom Lastwagen leicht getroffen. Sie fiel in den Aubach gleich neben dem Weg und verletzte sich am Sprunggelenk.

Zwei der Hunde riss sie mit sich in den Bach, der dritte, Chucky, wurde vom Lastwagen erfasst. Ganimeta Jasari erzählt: «Durch die Wucht verdrehte sich Chuckys Köpfchen um fast 360 Grad.»

Anifia Jasari war unter Schock. Als sie weinend zuhause ankommt, ist es Tochter Ganimeta Jasari, die die Polizei verständigt. Ihre Mutter spricht schlecht Deutsch, deshalb wollte sie auch nicht mit der Polizei reden, obwohl die Beamten darauf bestanden, die Aussage der Mutter aufzunehmen.

Laut Ganimeta Jasari habe sich ein Beamter rassistisch geäussert. «Die Polizei hat nicht nur falsch und herablassend – sondern auch rassistisch gehandelt. Wegen unserer Herkunft wurden wir nicht ernst genommen. Wohl deswegen rückte die Polizei Riehen nicht aus.»

Toprak Yerguz, Sprecher der Basler Kantonspolizei, weist den Vorwurf des Rassismus klar zurück. Er räumt aber auch Fehler ein. «Eine Dringlichkeit war den Mitarbeitenden nicht sofort ersichtlich. Auf der Einsatzzentrale wurde beschlossen, das Veterinäramt zum Bergen des toten Tiers zu schicken.» Erst nach mehreren Telefonaten mit der Familie sei das Ausmass des Unfalls ersichtlich geworden. «Dass in diesem Fall aufgrund von Missverständnissen der Beizug der Verkehrspolizei länger gedauert hat, bedauern wir sehr.» Die Ermittlungen der Verkehrspolizei sind im Gange.

Familie Jasari trauert um Chucky. «Ein rücksichtsloser LKW-Fahrer hat uns Chucky weggenommen und meine Mutter verletzt», sagt Ganimetja Jasari zum «Blick». «Er war der Liebling der Familie.» (zam)

 

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