Was sagen eigentlich die Strassentransporteure zum Terminalstreit von Basel? Da wird nämlich heftig diskutiert um zwei unterschiedliche Projekte:

Da ist einerseits das Gateway Basel Nord, ein Containerbahnhof, der möglichst viel Volumen bündeln soll, um den Im- und Export-Containerverkehr möglichst auf die Schiene zu verlagern. Das Gateway Schiene-Strasse soll bereits 2019 in Betrieb gehen. In einer zweiten Stufe käme dann das neu zu bauende Hafenbecken 3 hinzu. Es bleibt aber der Eindruck: Die Schifffahrt ist der – sicher willkommene – Juniorpartner. Und die Lastwagenfahrer müssen die Container, die sie bisher im Terminal Wolf beim Güterbahnhof abgeholt haben, nördlich des Rheins holen.

Da 2029 die Stadt die Baurechtsverträge am Westquai (Klybeckinsel) für den Hafen nicht verlängert, verliert die Firma Swissterminal ihren dortigen Standort und plant mit zwei anderen Firmen ein Ersatzterminal in Weil, also auf deutschem Boden. Das unter anderem von Hupac und SBB Cargo geplante Gateway Basel Nord bedroht aber auch den Swissterminal-Standort Frenkendorf. Swissterminal hat eine Studie machen lassen, die zum Schluss kommt, die Verkehrsvolumen könne man bis 2029 ohne das Gateway Basel Nord bewältigen, und dann komme ja das Projekt in Weil. Für LKWs heisst das aber nicht nur, dass man auch hier die Container nördlich des Rheins umschlägt, sondern dass sie der ausländischen Konkurrenz ausgesetzt sind. Diese bezahlt tiefere Löhne und tiefere Kosten. Bei einem Inlandterminal hingegen gilt: Inlandtransporte dürfen nur Fuhrhalter aus der Schweiz mit in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeugen vornehmen.

Astag verdirbt’s mit niemandem

Adrian Amstutz, Präsident des Lastwagenverbands Astag erklärt deshalb: «Die Astag bevorzugt ein Terminal auf Schweizer Boden.» Moderner Güterverkehr, der eine bedarfsgerechte Versorgung und Entsorgung sicherstellt, sei auf alle Verkehrsträger angewiesen – Strasse, Schiene, Wasser und Luft. Heute funktioniere die Zusammenarbeit erst in Ansätzen und deshalb fordere die Astag seit längerem einen Masterplan Güterverkehr Schweiz. «Insbesondere fehlt eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur zur Verknüpfung des Strassen- und Schienenverkehrs. Die Astag steht deshalb hinter den Plänen, die Terminallandschaft Schweiz bedarfsgerecht zu modernisieren.»

Dies klingt nach Wasser auf die Mühle des Gateway Basel Nord. Allerdings relativiert Amstutz: «Dabei ist zunächst die vorhandene, mit grossen Investitionen geschaffene Terminalinfrastruktur zu optimieren, in einem zweiten Schritt, wenn die Kapazitäten erwiesenermassen nicht mehr ausreichen und zwingend in Koordination mit dem noch zu erstellenden Masterplanes Güterverkehr Schweiz, der Bau eines Grossterminals zu realisieren.» Dies ist als Argument zugunsten der Haltung von Swissterminal zu verstehen.