FC Concordia

Lloyd P-White: Wie der Congeli-Fussballer gerade als Rapper international durchstartet

Llyod P-White in einem seiner Rap-Videos.

Llyod P-White in einem seiner Rap-Videos.

Fünf Millionen hören dem rappenden Fussballer zu: Der Basler Lloyd P-White kickt beim FC Concordia und verdient seinen Lebensunterhalt mit Rapmusik. Kein einfaches Unterfangen.

Lloyd P-White hat zwei Leidenschaften. Fussball und Musik. Im Winter wechselte der 26-Jährige vom FC Bubendorf in die Stadt, zum FC Concordia. Sein Geld verdient er mit Rapmusik Seine Songs wurden teilweise über fünf Millionen mal gestreamt. «Reich bin ich deswegen zwar nicht, aber ich kann davon leben», sagt er. Lloyds Vater kam als junger Mann aus Ungarn in die Schweiz – die Mutter, eine Engländerin, später.

Lloyd P-White ist in Basel geboren und aufgewachsen. Seine Lieder singt er nur in englischer Sprache, was es ihm ermöglicht eine Fangemeinde auf der ganzen Welt aufzubauen. Mit dem englischen Blut habe er auch die Leidenschaft Fussball mitbekommen, meint P-White. In Liestal begann sein Weg als Fussballer bei den Kleinsten. Später versuchte er es in der U17 des FC Basel, schaffte den Cut aber nicht. Er wechselte zu Concordia, wo er es bis ins damalige 1.-Liga-Team schaffte. Nach einem Abstecher zu den Black Stars wechselte Lloyd in der Winterpause 2016/17 zum FC Bubendorf. Mit den Oberbaselbietern feierte er letzte Saison den Aufstieg in die 2. Liga inter. Vor wenigen Monaten zog es ihn zurück zu Congeli. «Ich kannte den Verein ja schon von früher und hatte viel Gutes von Trainer Nikola Marunic gehört», sagt P-White. Es sei für ihn zudem eine neue Challenge, als doch eher erfahrener Spieler einem mit vielen jungen Spielern besetzten Team zu helfen. Der Vertrag läuft zwar nur bis Sommer, doch P-White geht davon aus, dass die Vereine ihre Teams nicht gross verändern werden und er auch nächste Saison bei Concordia Basel spielen wird.

Eine Hirnhautentzündung startet die Musikkarriere

Beim Jahreswechsel 2011/12 erlitt Lloyd P-White eine Hirnhautentzündung. Damals war erst nicht klar, ob er überleben wird, an Sport war lange nicht zu denken. Zu dieser Zeit kam ihm der Gedanke, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. P-White spielte bereits Gitarre, und lernte mit dem Notebook und entsprechender Software, Musik zu machen. Er begann Texte zu schreiben und zu singen. «Gut, anfangs waren meine Produktionen nicht so toll. Aber ich vergleiche es gerne mit einem Wasserhahn, den du nach langer Zeit öffnest. Zuerst kommt Dreck und je länger du ihn offen lässt, umso klarer wird das Wasser», sagt P-White.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums ging er der Musik wegen nach London. «Ich arbeitete damals in einem Fünf-Sterne-Hotel an der Rezeption. Das Leben ist teuer in London, ich musste sparen.» Doch sein Plan ging nicht auf. P-White brach die Übung ab und kehrte in die Schweiz zurück. Mit seinem Notebook und einem guten Mikrofon produzierte er dort im Schlafzimmer seine Songs. «Wissen wie man es macht und Erfahrung – das ist das Rezept», sagt er und lacht. Raymi Uscata, ein Kollege mit dem er im Gymnasium war, unterstütze ihn bei Fotos und Videos. Vorallem die Videos seien bei den Jungen extrem wichtig.

«Ich schreibe Songs, mache die Musik, bin bei der Produktion der Videos involviert und bin für das Marketing zuständig», sagt P-White. Weltweit schauen Tausende seine Videos. Auf Instagram hat er über 20000 Follower. Seine besten Lieder wurden bereits fünf Millionen Mal gestreamt. «Reich wird man damit noch nicht, es ist aber eine Art Auszeichnung für mich. Wenn es mir gelingt die Ansprüche meiner Fans zu befriedigen und ich laufend weitere Songs produzieren kann, wird sich die Fangemeinde vergrössern, damit auch die Anzahl an Streams und die Bedeutung meines Namens steigt. Ich glaube daran, dass ich es schaffe, aber es ist ein verdammt hartes Stück Arbeit», sagt P-White.

Ohne Bier scheint es nicht zu gehen

Wer die Videos schaut, dem fällt auf, dass es offensichtlich nicht ohne Alkohol geht. «Keine Angst, es geht schon auch ohne. Das ist eine Art Brand», erklärt P-White und fügt an: «Im Netz darf man nicht alles glauben, was man sieht.» Da der Ball aktuell ruht kann er sich voll auf die Musik konzentrieren. Langfristig will P-White seine Firma weiter aufbauen und stabiler werden, damit er weiter investieren und wachsen kann. «Ich will eines Tages sorgenfrei davon leben können», sagt er. Doch auch der Fussball wird bei Lloyd P-White sicher nie zu kurz kommen.

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